Von virtuellen Partygesprächen und nervigen Nachbarn

Wolfgang Hünnekens: Die Ich-Sender: Das Social Media-Prinzip - Twitter, Facebook & Communities erfolgreich einsetzen

 

ich-senderDie von Vodafone so genannte „Generation Upload” ist - spätestens seitdem der „rote” Telefonanbieter vor einigen Monaten seine neueste Kampagne mit dem Schwerpunkt „Web 2.0″ und „Social-Media” startete und damit in Kino und TV massiv mit Spots vertreten ist - einem richtig breiten Publikum ein Begriff. Die „Generation Upload” - sie twittert, bloggt, youtubed, facebooked. Aber wie geht das genau? Gibt es eine Netiquette im Web 2.0? Was ist an Web 2.0-Kampagnen anders als an klassischen Marketing-Kampagnen? Wie bewege ich mich im Web 2.0 - als Privatperson und auch als Unternehmer mit einer „Botschaft”?

 

Keiner kann das einfacher und anschaulicher beantworten als Wolfgang Hünnekens, Managing Partner von Publicis Berlin und Gastprofessor für Digitale Kommunikation an der Universität der Künste in Berlin. Er vergleicht den Besuch von Web 2.0-Plattformen mit dem Besuch einer Party. Wenn Sie auf einer Party, nennen wir sie mal Twitter, bisher nur wenige kennen, dann machen sie bestimmt nicht gleich auf „dicke Hose” und erzählen allen, wo der Hase lang läuft. Gewöhnlicherweise stellen Sie sich erstmal zu einer Gruppe und hören, was da so erzählt wird, kommen langsam an. Und wenn Sie dann irgendwann das Gefühl haben, einen Beitrag zum Gespräch leisten zu können, dann melden Sie sich zu Wort. Oder geben eine Anregung.

 

Genauso funktionieren nach Meinung von Wolfgang Hünnekens Social Media-Plattformen. Der Einstieg beginnt mit Zuhören nicht mit Zuschwallern. Und genau an diesem Punkt haben, nach Meinung von Hünnekens Unternehmen noch einiges zu lernen. Sie agieren nämlich eher wie nervige Vertreter-Nachbarn, die auch nach dem x-ten Mal noch nicht kapiert haben, dass man ihre Multi-Level-Marketing Vitamin-C-Pillen nun wirklich überhaupt nicht braucht.

 

Wer eine gute Einführung in Web 2.0-Behaviour sucht und mit in die Diskussion einsteigen möchte, wohin die Kommunikation der Zukunft gehen könnte, der ist mit diesem kompakten 160 Seiten starken Stück sehr gut bedient.

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  1. 1. Rezensionen | Die Ich-Sender

    Pingback vom 5. Januar 2010 um 18:08

    [...] im Kulissenblog ist eine ausführliche Kritik zu den Ich-Sendern zu [...]

  2. [...] besprochen), dem Buch “Die Ich-Sender” von Wolfgang Hünnekens (hier geht´s zu unserer Rezension), “Medienarbeit 2.0″ von Norbert Schulz-Bruhdoel, das mittlerweile leider etwas betagt [...]

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