Türchen No. 17: Shakira, Boris & Friends in Medias…
17. Dezember 2009 von Stephanie Ristig-Bresser | 2 Kommentare
„Madonna würde für Geld alles machen”, zitierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung den „VW-Pressesprecher” Markus Dück im Jahr 1998 - woraufhin der damalige Projektleiter, der Agentur Sponsor Partners, die Volkswagen bei ihren Kultursponsoring-Aktivitäten begleitete, zur damaligen Leiterin des VW-Kultursponsorings, Dr. Martina Rudy, zitiert wurde. „Das war ein sehr prägendes Erlebnis, und hat mir gezeigt, dass Medienarbeit oft wenig steuerbar ist, egal wie strategisch und bedacht Du vorgehst. Dück hatte dem FAZ-Redakteur im Telefoninterview nämlich etwas völlig anderes gesagt - dass ein Tourneesponsoring von Madonna denkbar sei, wenn der Sponsor eine sehr hohe Summe bezahle und gemeinsam mit dem Management von Madonna ein entsprechende Konzept umsetze. Man bedenke: Dück gab der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Interview. Was wohl in der BILD-Zeitung gestanden hätte?
Zehn Jahre war Markus Bartha - 2006 hat er geheiratet und seinen Nachnamen geändert - bei Sponsor Partners beschäftigt, zuletzt im Management Board. Dück erlebte, wie sich die Agentur sukzessive in die Pleon-Kothes-Klewes-Gruppe integrierte, konzipierte und koordinierte Public Relations-Kampagnen und Sponsoring-Aktivitäten so renommierter Welt-Konzerne wie der Volkswagen AG, der Telekom AG und der Deutschen Post - und heimste damit Auszeichnungen und viel Anerkennung ein. Für die Volkswagen AG, die mit der Volkswagen Sound Foundation eine Dachmarke kreierte, unter der sie ihre Engagements im Rock-Pop-Sponsoring bündelte, erhielten Sponsor Partners und die Volkswagen AG sogar den begehrten Internationalen Sponsoring Award (und ich bin stolz, dass auch ich meinen Teil dazu beigetragen habe). Zehn Jahre, in denen Markus Bartha viel mit gestaltet und gelernt hat - Best-of-Sponsorships- und -Public Relations-Projekte am laufenden Band. „Gelernt habe ich vor allen Dingen von meinem damaligen Chef Thomas Busch. Es war für mich sehr wertvoll, einen Mentor an meiner Seite zu haben”, erinnert sich Bartha heute.
2004 mit zehn Jahren Best-of-Sponsorships und -Public Relations-Aktivitäten und exzellenten Medien- und Celebrity-Kontakten im Gepäck hat Markus Bartha den Sprung ins kalte Wasser gewagt, sich “in Medias res” begeben und sich mit inMedias Kommunikation, der Agentur für Public Relations und Sponsoring, selbständig gemacht. „Gerade mit den Erfahrungen bei einer großen Agentur, die für Global Player mit Riesen-Kommunikations-Etats operierte, hatte ich für mich im Laufe der Zeit eine Vision für eine neue Agentur entwickelt. Mit inMedias Kommunikation wollte ich bewusst klein bleiben, um das Prinzip „one face to the client” garantieren zu können.” Eine Vision, die heute Realität ist: Markus Bartha beschäftigt zwei freie Mitarbeiter und arbeitet mit einer Reihe von Freelancern zusammen. “Die ersten Jahre waren schon hart, man braucht eine gute Portion Durchhaltvermögen und Hartnäckigkeit. Aber als dann der erste Großauftrag kam, und wir für SEAT die Shakira-Tournee mit Public Relations-Aktivitäten begleitet haben, haben wir einen Champagner-Korken knallen lassen”, erzählt Bartha.
Heute verfügt inMedias Kommunikation über einen soliden Kundenstamm. Die großen Kunden kommen aus der Automobilbranche, mit der Eventreihe „Boris Becker & Friends” betreut Bartha einen sehr prominenten Kunden. Seit wenigen Monaten erst betreut der ehemaliger Agenturinhaber, der selbst früher Handball spielte, die Handballbundesligisten des TBV Lemgo. Aufgabe ist es, die Bekanntheit der Handballer zu steigern und Imagepflege zu betreiben, um natürlich als Sponsoringnehmer interessanter zu werden. Barthas Arbeit trägt bereits erste Früchte: „Mittlerweile hat die neu gegründete Xing-Gruppe des TBV-Lemgo bereits 914 Mitglieder”, zeigt sich Markus Bartha, der selbst über 8.500 Xing-Kontakte hat, stolz. Doch inMedias Kommunikation betreut auch kleine und mittelständische Unternehmen, das Maschinenbau-Unternehmen „von nebenan”.
„Häufig agieren wir für unsere Kunden als klassische PR-Agentur, die sie auch in den überregionalen Medien platziert. Oft werden wir auch für den Sponsoringpart angesprochen, mal um Sponsoren zu suchen, mal um eine Sponsoringstrategie zu entwickeln.” Aber wie schafft man es, in die (überregionalen) Medien zu kommen? „Erst einmal spielen natürlich Kontakte eine große Rolle. Aber in erster Linie musst Du gute Storys finden - und die finden sich in jedem Unternehmen. Vielleicht hat die Führungsmannschaft Ecken und Kanten, vielleicht ist der Vorstand besonders charismatisch, engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich, hat eine besondere Biographie, einige Mitarbeiter spielen in einer Band oder anderes. Gute Geschichten finden sich überall. Und wenn nicht, inszenierst Du welche - zum Beispiel indem Du einen Promi mit in die kommunikativen Maßnahmen integrierst.” Und wie haben sich die Public Relations im Zuge des Medienwandels und des Trends hin zum Web 2.0 hin verändert? „Das Internet ist eindeutig wichtiger geworden. Und es zeichnet sich ein Trend vom Push zum Pull ab. Früher hat man, ganz in Push-Manier, Pressemitteilungen herausgegeben. Das tut man heute immer noch. Doch heute holen sich die Medien ihre Informationen übers Netz häufig selbst. Deswegen ist es wichtig, im Netz gut aufgestellt zu sein und auch Social Media-Plattformen zu bedienen.”
Auch an inMedias Kommunikation ist die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorbeigegangen. „Wir haben einen Umsatzeinbruch von 20 Prozent zu verzeichnen, aber für 2010 sind die Auftragsbücher bereits gut gefüllt und ein Großauftrag bereits fast in trockenen Tüchern”, kann Markus Bartha versichern. Was wäre denn ein Traumauftrag? „Für einen Kunden eine Metallica-Tournee zu realisieren und kommunikativ zu begleiten”, zeigt sich der Hardrock-Fan Markus Bartha sofort begeistert, „auch die Solar- und Energiebranche und generell das Thema Nachhaltigkeit interessiert mich sehr.”
Und wo möchte Markus Bartha in fünf Jahren mit seiner Firma stehen? „Genau da, wo ich jetzt stehe. Ich will auch in ein paar Jahren mit meinem kleinen, feinen Team einen sehr guten Job machen und in intensivem Kontakt mit meinen Kunden, auch mal Pressetexte und Rebriefings selber schreiben und nicht alles delegieren. Außerdem finde ich es mir für mich sehr stimmig, quasi von zu Hause aus zu arbeiten. Meine Agentur befindet sich im Erdgeschoss unseres Hause. Ich genieße es sehr, auf meiner Terasse sitzend ins Naafbachtal zu blicken, wo Bonner oder Kölner gelegentlich am Wochenende hinpilgern, um Natur zu schnuppern. Ich glaube, hier habe ich meine Work-Life-Balance gefunden.”
Zu guter Letzt: Welche Tipps hat Markus Bartha für Menschen, die eine PR-Agentur gründen wollen? „Sehr wichtig ist es, eine Idee, eine konkrete Vorstellung im Kopf, zu haben und an sich zu glauben. Netzwerken ist definitiv sehr wichtig - und in ganz unterschiedlicher Hinsicht - ob virtuell, auf Social Media-Plattformen wie Twitter, Facebook oder Xing oder auch bei Netzwerktreffen. Man weiß nie, wofür ein Kontakt gut ist, und was aus ihm einmal entstehen kann. Das oberste Gebot aber für mich ist es, loyal zum Kunden zu sein, für seine Kunden alles zu geben, mitzudenken, Angebote zu machen, aktiv zu sein, im Sinne des Kunden zu denken.”
Vielen Dank für das freundliche Telefonat, Markus, und in jedem Fall weiterhin viel Erfolg!
“Won´t forget these days” - auch wenn Volkswagen “Fury in the Slaughterhouse” niemals sponserte… Markus Dück und ich arbeiteten von 1998 bis 2001 intensiv im Projekt “Volkswagen Sound Foundation” zusammen. Markus auf Agenturseite, ich auf Unternehmensseite. Vom Azubi-Incentive über die VIVA-Comet-Verleihung und Journalisten-Events mit Smudo oder Udo Lindenberg bis hin zur Konzeption und Realisation des Nachwuchswett-bewerbs TourFactory - ich denke, wir haben gemeinsam einige gute Dinge auf die Beine gestellt. Fast werde ich sentimental… und deswegen höre ich jetzt lieber auf :-)!
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1. Susanne Schreiber-Beckmann
Kommentar vom 17. Dezember 2009 um 19:12
Klasse, was für ein bodenständiger Mensch. Vielen Dank für den Einblick.
vorweihnachtliche Grüße
Susanne
2. Twitted by arsscribendi
Pingback vom 13. Januar 2010 um 23:21
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