Rasant in allen Welten

Bloggerin und Autoliebhaberin Nicole Y. Männl

Türchen No. 21 im Kulissenblog-Adventskalender

 

Autos sind ihre Leidenschaft, das Internet ihr zweites zu Hause. Nicole Yvonne Männl gehört zu den Menschen, die sich ein Leben ohne eines der beiden Welten kaum vorstellen kann. Männl ist Fachfrau für E-Commerce (IHK), entwickelt und programmiert Webseiten nach Kundenwunsch und arbeitet als Teletutorin. Darüber hinaus gilt sie als Expertin für Social Media, ist Initiatorin der Webmontage und des Barcamp in Hannover, ist auf Twitter als @enypsilon bekannt und bloggt seit mehreren Jahren unter 0511web.de . Sie kennt die Trends der webbasierten Kommunikation und die neuesten Entwicklungen bei Diensten wie Facebook oder Twitter und freut sich, wenn sie diese ausgiebig auf Herz und Nieren testen kann - eben wie sie es auch bei Autos macht. Und natürlich habe wir Nicole sowohl zu Autos als auch zu Web 2.0 befragt.

 

LLLLLLLLLLLLLLLL

nicole-mannlEine Deiner Leidenschaften sind schnelle Autos. Du selbst hast Dich dazu einmal so geäußert: „In schönen Autos zu fahren, erzeugt bei mir einen Endorphin-Ausstoß - ich bekomme das Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht.” In diesem Jahr warst Du als einzige Pilotin bei der Silvretta E-Auto Rallye mit dabei und hast ein Fahrzeug gefahren, was bei den Managern von BP, Shell, E.on und Co. für Unmut sorgen dürfte - den FCX Clarity von Honda. Das ist ein Brennstoffzellen-PKW welcher schon 2008 als Kleinserie auf den Markt gekommen ist, jedoch nur in Kalifornien und Japan. Wo liegt für Dich der besondere Kick an Autorennen teilzuhaben und wie ist diese Rallye für Dich und Deinen Co-Piloten Dr. Alexander Heintzel verlaufen?
Alles was mit Autos zu tun hat, interessiert mich, sogar ein Besuch beim TÜV ist spannend, wenn man das Auto auf der Bühne oder im begehbaren Schacht von unten sehen kann. Der Grund: ich war ständig in der Auto-Werkstatt meines Vaters, kenne alles von klein auf (Video dazu, anfangs erzähle ich über diese Zeit): Wie war die Silvretta wirklich 

Zurück zur Silvretta E-Auto-Rallye: es ist kein Rennen, wie Ihr Euch das vielleicht vorstellt, sondern eine Orientierungsfahrt mit unterschiedlichen Wertungsprüfungen. Allerdings muss man die Zeiten einhalten, herumtrödeln geht da natürlich nicht, Gas ist rechts. Mein Fazit zur Silvretta kann man hier mit Video sehen und lesen: Was ein Wetter bei der Silvretta -e-Rallye 

Der besondere Kick? Liegt daran, dass man im Fahrerlager die ganzen Autos um sich hat, mit den Menschen fachsimpeln und Späßchen machen kann. Wenn es dann endlich auf die Strecke geht, sind die jubelnden Zuschauer da, die einen anfeuern und das Autofahren (mit gesteigertem Anspruch ans Können) macht mir sowieso Spaß. Besonders die 36 Kehren der Bielerhöhe habe ich rasant fahren können, weil der FCX super auf der Straße lag. Mein Co-Pilot Alex und ich haben uns hervorragend verstanden. Ernsthaft und hochmotiviert aber immer mit viel Humor haben wir zusammen die Rallye gemeistert und sogar einen Tesla auf die hinteren Plätze verweisen können. Wer mag, kann gern weitere Details zur Silvretta auf meinem Blog erfahren: Alles über Silvretta   

 

 

fffff

Fiat Barchetta, Nissan 100NX, unterschiedlichste Modelle 911er, Porsche Boxster, Jaguar XJS, Ferrari - die Liste der von dir getesteten Autos ließe sich um weitere bekannte und weniger bekannte Namen fortsetzen. Alle sind schnell, wendig und haben jede Menge Power unter der Haube. Im Gegensatz zu dem FCX Clarity sind diese Autos jedoch mit einem herkömmlichen Verbrennungsmotor ausgestattet und gelten gemeinhin als ökologisch bedenklich. Du bist aufgrund Deiner Leidenschaft in Gesprächen mit Entwicklern und Herstellern. Wie vereinbart sich für Dich sportliches Fahren mit umweltfreundlicheren Antrieben wie dem Hybrid-, Elektro- oder Wasserstoffmotor? Ist es überhaupt möglich, über lange Strecken schnell zu fahren, so wie wir es zum Beispiel von der Formel1 her kennen?
Formel1 und Elektro-Auto schließen sich nicht aus, aber vielleicht erst später, viel später mal, … das E-Auto (in seiner Entwicklungsgeschichte) ist primär nicht dafür gedacht, diese Leistung aus der Formel 1 zu bringen. Ich würde eher die DTM (Deutsche Tourenwagen Meisterschaft) als Möglichkeit sehen, dass dort E-Autos mitfahren könnten (in einer eigenen Klasse). Die Strecken betragen meistens knapp um die 200 Kilometer, das dürfte in etwa der Reichweite eines Mercedes AMG SLS E-Cell entsprechen. Wenn der aber auf der Rennpiste häufig unter Vollgas steht, dann reduziert sich (heutzutage) noch die Reichweite, so dass dieses Modell noch nicht DTM-fähig ist. Daran kann man natürlich arbeiten, denn die DTM-Autos sind mit einer normalen Straßenzulassung auch nicht wirklich zu vergleichen.
Die E-Autos sehe ich eher als Fortführung und später als Ersatz für die Fahrzeuge, die mit Benzin/Diesel betankt werden. Das Hybridmodell ist ein Schritt dorthin, denn bislang fehlt uns die Infrastruktur für Wasserstofftankstellen oder Stromladesäulen neben der Laterne auf der Straße. Ich sehe ansonsten keinen großen Unterschied zum heutigen Auto, was das sportliche Fahren angeht. Bei einem E-Auto spricht das Fahrzeug sogar schneller auf das Gaspedal an, Fahrspaß ist also garantiert.

 

Wirf doch mal einen Blick in die Kristallkugel: Wann werden die Menschen überwiegend mit Fahrzeugen unterwegs sein, die nicht durch die Verbrennung fossiler Energieträger angetrieben werden (ausgenommen ist das Fahrrad ;-)…)?
Meine Kristallkugel hat ein paar blinde Flecken, das liegt daran, dass ich politisch und wirtschaftlich nicht so weit in die Zukunft schauen kann. Viele E-Autos für den massentauglichen Markt erscheinen erst im Jahre 2011/2012 - 2015 (oder später) als Serienmodelle. Was wir jetzt sehen, sind oft Prototypen, Kleinserien, Firmenflotten oder CarSharing-Modelle wie z. B. beim Think City oder smart electric drive.
Ein paar (gerundete) Zahlen des KBA (Kraftfahrtbundesamt) zur Anzahl der zugelassenen Personenkraftwagen machen es deutlicher: Anfang des Jahres 2010 waren knapp 42 Mio. Fahrzeuge in Deutschland zugelassen, darunter 28.000 Hybridfahrzeuge und 1.600 E-Autos (Gasantriebe vernachlässige ich hier mal). Auf Beschluss der Bundesregierung sollen bis 2020 eine (1) Million E-Autos herumfahren. Nun weiß ich nicht, wie sich die Zahlen der Zulassung gesamtheitlich entwickeln, aber das ist doch eine vergleichsweise geringe Menge an E-Mobilen und beantwortet die Frage nicht.
Ich möchte mich demnach mit einer Prognose auf keinen Fall festlegen müssen. Schließlich vergisst das Internet nichts :-). Was nun in 10 Jahren passiert, bis 2020 vermag ich nicht zu überblicken. Ich kann nur hoffen, dass sich Politik, Wirtschaft, Autohersteller und Fahrzeugkäufer für das E-Auto stärker interessieren als bisher. Dazu gehört auch das leidige Thema Umweltpolitik. Wenn der Strom nicht „sauber” hergestellt wird, dann können wir auch noch weiter als „Petrol-Heads” unterwegs sein, denn die Energie- und Klimabilanz muss unter dem Strich stimmen - bei Herstellung UND Verbrauch sowie Entsorgung (Batterien!). Antwort: ein weiter Weg dahin!

 
nicole-mannl-2In diesem Jahr fand erstmals die e-miglia statt. Das war ein Rennen, das in München startete und über Füssen, Innsbruck, Bozen nach Rovereto führte. Zugelassen waren ausschließlich Fahrzeuge mit elektrischen Antrieben. Du warst als Co-Pilotin in einem umgebauten Smart mit dabei. Deine Teilnahme siehst Du auch unter dem Gesichtspunkt, den alternativen Antrieben ein breiteres Forum zu schaffen, indem Du beispielsweise über Deine Erlebnisse bloggst. Wie bewertest Du selbst das öffentliche Interesse an fahrbaren Alternativen und wie hoch schätzt Du die Bereitschaft ein, bei Neuanschaffungen umweltfreundlichere jedoch in weiten Teilen teurere Antriebstechniken zu berücksichtigen?
Der Mensch muss sich mit neuen Technologien immer erst anfreunden, doch vorher muss er wissen, dass es sie überhaupt gibt. Ich habe die interessierten Gesichter des Publikums auf der Silvretta und e-miglia gesehen. Ich bin oft (z. B. während unserer Fahrzeugpräsentation auf Dorfplätzen oder im Fahrerlager) auf die Leute zugegangen und habe gern Fragen beantwortet. Ich hatte ja nichts zu verkaufen, konnte relativ neutral über Vor- und auch Nachteile berichten. Die wichtigste Frage war immer die Reichweite und das Handling des Aufladens.
Als Cityflitzer oder Zweitwagen können sich heute schon sehr viele Menschen vorstellen, ein E-Auto anzuschaffen. Momentan muss man - wirtschaftlich gesehen - noch ein bisschen spinnert sein, denn es ist nicht gerade billig, ein E-Auto zu kaufen oder zu leasen. Vergleichen wir es mit dem Smartphone-Markt: heute bekommt man ein iPhone 3G hinterhergeschmissen, als es ganz neu war, haben die Leute viel (zu viel) Geld dafür ausgegeben. Der Markt wird sich also mit der Zeit regulieren, auch wenn die Auflage und somit Verkaufszahlen steigen. Ich persönlich kann mir erst ein E-Auto anschaffen, wenn die Reichweite stimmt, die Ladezeit sehr kurz ist, die Lademöglichkeit überhaupt gegeben ist. Überlegungen zu Wechselakkus auf Leasingbasis oder Induktionsschleifen auf Autobahnen werden schon angestellt, denn Otto-Normal-Bürger als Laternenparker kann sich im Moment kein E-Auto anschaffen, wie sollte er es aufladen? Ein paar weitere Gedanken dazu auf meinem Blog: Interimslösung Hybrid 

Ein Hybridfahrzeug als nächste Anschaffung wäre eine Überlegung wert … aber es gibt noch nicht so viele Modelle. Der Honda CR-Z würde mir allerdings schon gefallen, wenn er ein Schiebedach - oder besser noch Targadach - hätte …

 

Mobil und schnell scheint sich bei Dir ja nicht nur auf PKWs zu beschränken, sondern Du lebst quasi auch im Netz. Twitter, Facebook, Xing und andere soziale Netzwerke gehören für Dich offenbar einfach zum Leben dazu. Gerade das Social Web basiert auf Geschwindigkeit und beständigem Informationsfluss. Auf die Frage, ob Du dir ein Leben ohne das Internet vorstellen kannst, hast Du einmal klar mit „Nein” geantwortet. Wie erklärst Du dir selbst diese starke Anziehungskraft dieser noch jungen Techniken und Portale und wie meinst Du wird sich das Web insgesamt auf die globale Gesellschaft der Zukunft auswirken?
So jung sind diese Techniken gar nicht mehr, das Internet gibt es schon fast ewig (1969), das WWW seit 1989 und die ersten Browser gab es 1993. Ich bin „kurze Zeit” später online gewesen und schon immer in sozialen Netzwerken unterwegs. Der Unterschied: damals hatte man ein bis drei Foren oder Newsgroups, in die man seine Frage stellte und wartete auch mal gern durchschnittlich 10-40 Stunden, bis eine brauchbare Antwort kam. Heute ist es ein No-Go, wenn Du nicht spätestens am selben Tag, besser innerhalb einer Stunde oder sofort, eine Twitternachricht, die an Dich gerichtet ist (Reply oder DM) beantwortest.
Mein Vorteil: ich konnte in diese Schnelllebigkeit und den ständigen Informationsfluss hineinwachsen, daher fällt es mir gar nicht so stark auf, wie es sich verändert hat. Ich sehe sehr viele Vorteile bezüglich der Informationsverbreitung und auch der Möglichkeit selber ein „Kanal” zu sein, z. B. ein Blog zu haben, zu twittern oder auf Facebook Informationen jeglicher Art zu verbreiten - von Spaß bis hin zu wichtigen Informationen.
Nachteile sehe ich bei dem gerade aktuellen Fall des Bookmarking-Dienstes Delicious. Das Gerücht, dass der Dienst eingestellt wird, machte schneller die Runde als gedacht, obwohl Yahoo beteuert, dass dies nicht der Fall sein wird. Wikileaks und weitere ähnliche Entwicklungen dieser Art werden uns selbstverständlich gesellschaftlich beeinflussen. Es wird immer wichtiger, einordnen zu können, was wir für Informationen vor uns haben, wie „echt” sie sind, aus welcher Quelle und wer sie aufbereitet hat (Presse, Blogs etc.). Online-Reputation und somit Glaubwürdigkeit werden immer wichtiger werden. Die Firmen, die schon richtig aktiv im Social Web sind, haben mittlerweile auch gemerkt, dass sie TV-Werbung nicht eins-zu-eins auf Social Media Aktivitäten übertragen können. Fehler werden verziehen, mangelnde Transparenz und fehlende Offenheit nicht!
Globale Gesellschaft? Nun, wir sind schon sehr global. Einige meiner Reallife-Bekannten sind in Asien, Amerika oder sonst wo. Egal! Wir können in Kontakt bleiben ohne jedem einzelnen jeweils ständig eine E-Mail zu schreiben. Statusmeldung ist das Zauberwort, 1:n-Kommunikation die Formel. Dieses sehe ich ausdrücklich als eine Ergänzung zum Reallife, die ich sonst nicht in dieser Intensität hätte, bitte nie als Ersatz!
Und wenn man dieses privat tun kann, dann natürlich auch geschäftlich. Ich habe schon Websites für jemanden erstellt, den habe ich nie gesehen, dreimal telefoniert, der Rest lief über E-Mail und wir waren beide happy. Zufälligerweise saß der Firmenkunde in Deutschland, aber er hätte auch überall woanders auf der Welt sein können. Umgekehrt die „globale Gefahr”, dass viele Dienstleistungen woanders als in Deutschland erbracht werden können, bei Programmierung schon lange gang und gäbe. Da müssen wir ganz schön aufpassen, wie sich die wirtschaftlichen Ströme entwickeln.

 

Du organisierst den WebMontag hier in Hannover, planst BarCamps und hältst Vorträge zum Thema Social Media. Vor kurzem hast Du die WP Blogger ins Leben gerufen. Kannst Du uns kurz beschreiben, was sich inhaltlich hinter dem WebMontag und dem WP Blogger Treffen verbirgt. Was passiert bei solchen Treffen und wie wird der Informations- und Wissensgewinn einer größeren Community zugänglich gemacht?
Die Premiere vom WebMontag Hannover war im März 2007. Seitdem sind Tobias Glawe und ich „das Orga-Team” und geben den Menschen (60-80 Personen) aus Hannover und Umgebung vier Mal im Jahr die Plattform sich „real” auszutauschen. Es ist eben doch noch etwas anderes, wenn man den Leuten in die Augen sehen kann, Mimik, Gestik, Tonation erfährt. So kann man (danach) im Social Web auch weiterhin und noch intensiver Kontakt halten, „man kennt sich” eben. Inhaltlich sind die Themen „Web 2.0″, wir haben jedoch auch schon Vorträge zugelassen, die sich damit gar nicht befassten. Es soll informativ sein, zum Diskutieren anregen, einfach ein Wissensaustausch stattfinden. Die meisten Redner stellen hinterher ihre Präsentation ins Netz. Wir haben - leider viel zu selten - auch Videoaufnahmen vom WebMontag, eine könnt Ihr hier sehen: Videoaufnahmen vom Webmontag  von Thomas Schwenke.
Die WP Blogger Hannover habe ich im Oktober 2010 gegründet, weil ich mich mit einer kleineren Gruppe regelmäßiger und häufiger austauschen möchte. Ich habe im Netz gesucht, nichts gefunden, wo sich Blogger in Hannover treffen. Also selber machen! Wir sind ein Dutzend Leute, die sich alle 4-5 Wochen für 2 Stunden intensiv mit Blogthemen beschäftigen. Sowohl Technik als auch „weiche Themen” werden besprochen. Dabei moderiere ich durch den Abend, motiviere die Leute, dass sie kleine Sessions halten, ein Blog vorstellen, ein Plugin oder eine Blogger-Frage in den Raum werfen, die wir diskutieren. Danach „socializen” wir noch entspannt und mit viel Spaß im Spandau. Wir publizieren auf unserem Blog , wenn es Ergebnisse und Erkenntnisse gab und sind auch zwischen den Treffen auf unserer Facebook-Page  mit kleinen Linktipps etc. aktiv.

 

Auf dem ConventionCamp in Hannover hast Du gemeinsam mit Robert Basic ein Experiment durchgeführt. In Anlehnung an den Like-Button (Gefällt mir) bei Facebook, habt ihr ein von SharpMind entwickeltes App nebst anonymen Zugang den Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Jetzt konnte jeder einen anderen Besucher - aus welchen Gründen auch immer - „liken” bzw. „disliken”. In einer Session habt ihr dann die Ergebnisse statistisch ausgewertet. Was hat Euch auf den Gedanken für dieses Experiment gebracht? Gab es Ergebnisse, die Euch völlig überrascht hatten?

Oh, da sprichst Du einen Punkt an, dieses Mal habe ich noch keinen Blogartikel, auf den ich verweisen kann. Ich bin einfach zeitlich noch nicht dazu gekommen, die Zusammenfassung zu schreiben. Der Gedanke zum Experiment hat sich allmählich entwickelt. Robert und ich unterhalten uns beruflich auch sehr viel über Social Media Themen. So ergab das eine das andere. Als wir dann überlegten, ob und was wir auf dem ConventionCamp vortragen könnten, war die Idee geboren, das Grobkonzept schnell fertig. Die Feinheiten haben wir dann mit sehr viel Arbeitseinsatz, empathischen Überlegungen konzeptioniert, weiter ausgearbeitet und dann mit den App-Entwicklern David Wasser und Marco Stolze die technische Umsetzung.
Überrascht? Ja, dass die Leute wenig Skrupel hatten die App einfach so zu benutzen, um jemanden in eine Schublade zu packen. Als Bewertung gab es ja nur „Like” oder „Dislike”, der Programmierer würde sagen: 1 oder 0. Ein Mensch hat so viele Facetten, dass ich meine, dass man keinen so „simpel” bewerten darf. Aber es war ja auch anonym, das hatten wir uns so überlegt, damit zunächst der Spieltrieb geweckt wird und die Leute mitmachen. Weiteres dann auf meinem Blog, ich möchte die Geduld und Zeit der Leser/innen ja nicht überstrapazieren - Danke, wenn Ihr bis hierhin gelesen habt! Weiter geht’s …

+LLLLLLLLLL

 

Menschen bewerten ihre Umwelt anhand komplexer Strukturen. So verhält es sich insbesondere auch bei der Einschätzung ihrer Mitmenschen. Ist es für die Zukunft vorstellbar, dass wir unsere Entscheidungsfindung diesbezüglich in stärkerer Abhängigkeit von den Erfahrungen anderer machen - also ähnlich den Bewertungen auf Facebook?
Das machen wir schon lange Zeit so. Durch die digitale Möglichkeit ist es nur deutlicher und überprüfbarer „in Erscheinung” getreten. Wobei eine persönliche Empfehlung immer noch stärker wiegt, als ein Like über Facebook. Das wird sich nicht ändern.

 

1997 hast Du Deine erste eigene Website gebaut und Deinen Kater Percy der Welt vorgestellt. Eine Zeit, die heute von Social Media Experten als das Web 1.0 betitelt wird. Wie hat sich das Internetleben für Dich verglichen mit der Zeit vor der Dotcom-Blase bis heute entwickelt? Welche markanten Entwicklungen, die für Dich wichtig sind würdest Du benennen?

Wie viel Zeit hast Du? Ich könnte stundenlang … aber schau doch mal nach oben, zu Frage „Mobil und schnell scheint sich bei Dir ja nicht nur auf PKWs zu beschränken…”
Markant heute: Smartphones - immer online, Touch allgemein (iPad sowie Tablets etc.), Location Based Services (Foursquare, Gowalla, Facebook-Places …), Augmented Reality, Cloudcomputing, Weiterentwicklung der Web-Technologien wie HTML, CSS, und Scripting. Das Leben im Netz ist öffentlicher und schneller geworden. Früher hatte man eine statische Website, die man nur mal ergänzte, heute bloggen wir oder setzen schnell Statusmeldungen auf twitter, Facebook und anderen Social Networks ab.

 

Als selbstständige Webdesignerin berätst Du Unternehmen im Social Web und programmierst Internetauftritte für sie. Welches sind in Sachen Design und Suchmaschinenoptimierung die für Dich entscheidenden Kriterien?
Design? Muss zum Kunden passen und der Zielgruppe schmecken. Besonders letzteres. Meinen letzten Handwerker habe ich mehrmals auf Platz 1 bei Google mit den richtigen Keywords gefunden. Seine Seite war grottenhässlich, aber die wichtigen Informationen standen alle drauf, gebucht! Optimaler wäre es natürlich schon, wenn beides zusammen passt, Design sollte man nicht unterschätzen bzw. vernachlässigen. Pauschal möchte ich die Frage gar nicht beantworten, denn die Basics für SEO sollten in jedem System (CMS, Blog) vorhanden sein + Schulung des Kunden von mir, wie er mit Content + Keywords etc. umgehen sollte. In wieweit der Kunde zusätzlich einen SEO-Spezialisten benötigt, den ich dann hinzu ziehen würde, beurteilen wir gemeinsam nach den ersten Gesprächen bzw. Workshops. Die Kriterien ergeben sich aus meiner Sicht immer individuell, ein Patentrezept „one fits all” gibt es (bei mir) nicht, lieber etwas individuelles und passendes.

 

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Welche Projekte und Vorhaben hast du für 2011? Bei welchen Veranstaltungen wird man Dich voraussichtlich in Hannover treffen können?
Die zukünftigen Projekte sind natürlich alle geheim … neee, im Ernst, wenn etwas Besonderes schon ganz „dingfest” wäre, dann würde ich es sagen. Auf jeden Fall möchte ich mein Auto-Thema als Bloggerin weiter verfolgen, das ist schon mal ein großer Batzen Zeit, der dabei drauf geht. Weiterhin meine Kunden und Neukunden betreuen in Sachen Internet, Social Media, Workshops geben, Vorträge halten. Da kommt nie langweilige Routine auf, dauernd ergibt sich etwas Neues.
Man trifft mich auf den selber organisierten Veranstaltungen wie WebMontag und WP Blogger Hannover, klar! CeBIT ist auf jeden Fall ein Muss. BarCamps werde ich auch sicher besuchen, ConventionCamp sowieso und dann gibt es noch viele kleine und größere Networking-Veranstaltungen, wo ich mich sehen lasse.

 

Und wie wirst Du Weihnachten und Co. verbringen?
Früher bin ich gern weggefahren, Skilaufen oder in die Sonne. Aber ich mag den Kommerz bzw. die ungerechtfertigte exorbitante Preissteigerung um die Feiertage herum nicht mehr (unterstützen), so dass ich die Feiertage lieber ganz familiär verbringe.

 

Lieben Dank für das Interview. Frohe Weihnachten und alles Gute für 2011!

 
Danke für die Interview-Anfrage, ich wünsche Euch auch das Beste für 2011 und freue mich, wenn wir uns das nächste Mal wieder über den Weg laufen. CU!

 

 

Weitere Informationen über Nicole Y. Männl:
Nicole Männls Blog 0511.web 

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Blog WP Blogger

Website Webmontag

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3 Kommentare und 1 Trackback/Pingback

  1. 1. Philipp

    Kommentar vom 21. Dezember 2010 um 14:56

    Ausfürhliches Interview. Respekt. Der Teil über Webdesign hätte aber noch ausführlicher sein können (für meinen Geschmack).

  2. 2. Nicole Y. Männl (@enypsilon)

    Kommentar vom 21. Dezember 2010 um 18:31

    Philipp, vielen Dank für die Blumen. Als ich bei 8 Seiten DIN A 4 Format angekommen war, habe ich mich dann kurz gehalten. Man hätte wirklich thematisch 2 Interviews draus machen können, mit jeweils derselben Länge, da stimme ich Dir zu.
    Es steht Dir (und jedem anderen auch) frei, mir weitere Interviewanfragen zu schicken. :-)

  3. 3. Stephanie Ristig-Bresser

    Kommentar vom 21. Dezember 2010 um 19:54

    die nächste interviewanfrage kommt bestimmt
    ;-)
    danke für die antworten, die du ludger gegeben hast, nicole

    und: @nicole @philipp: ich habe gerade ein spam-problem, deswegen schalte ich die kommentare erst frei…

  4. [...] also die “Promotion” für das E-Auto geht weiter. Im Interview “Rasant in allen Welten” im Dezember 2010 bin ich übrigens gefragt worden, was ich davon halte. Ich [...]

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