Die vielschichtige, anziehende Psychologie des Bösen
1. Januar 2010 von Stephanie Ristig-Bresser | kein Kommentar
Jean-Christophe Grangé: Der Choral des Todes
Mein Thriller-Favorit zum letzten Weihnachtsfest war die Stieg Larsson-Trilogie um Mikeal Blomquist und Lisbeth Salander. In diesem Jahr sind es alle Thriller von Jean-Christophe Grangé. Die Figuren in Grangés Büchern sind oft schräg und skurril, ihre Biographien sind häufig mit den Geschichten und Motiven des Täters verwoben, die Grenze zwischen Täter und Opfer, zwischen schuldig und unschuldig, gut und böse, verschwimmt. Und Grangé beherrscht ein weiteres: Wenn Du denkst, Du bist bei den tiefsten Abgründen angelangt, geht es noch tiefer, noch böser, noch blutiger.
Zugleich bestechen seine Geschichten durch beeindruckende Milieuschilderungen und tiefgründige Erzählwelten. Ob es die Welt der Ornithologie ist wie im „Flug der Störche”, die Welt des Schamanismus wie in „Der Steinerne Kreis” oder aber die Welt einer Satanistensekte wie in „Das Herz der Hölle” - Grangé versteht es, diese Welten so anschaulich, greifbar und spannend zu schildern wie sicherlich wenige Autoren dies vermögen.
Und so freue ich mich auf „Der Choral des Todes”, das ich wohl unterm Weihnachtsbaum finden werde. Diesmal führt mich Grangé in die Welt der Kirche, des Sakralen. In einer armenischen Kirche in Paris geschieht ein grausamer Mord. Der Tote, ein Organist und Knabenchorleiter, war Chilene und damals vor dem Pinochet-Regime nach Frankreich geflohen. Handelt es sich um einen Mord mit politischem Hintergrund? Oder ist der am Tatort gefundene Schuhabdruck Größe 36 der Schlüssel zur Aufklärung des Falls?
Ich bin gespannt…
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