Türchen No. 10: Fehler machen Leute! Oder: Die perfekte Unvollkommenheit

 Fehler machen Leute!

oder: Die perfekte Unvollkommenheit
Wer Perfektion anstrebt, macht Fehler.
Wer Unvollkommenheit anstrebt, macht Fehler.
Sie machen auf jeden Fall Fehler!
Also entspannen Sie sich!

 

Ein Gastbeitrag von Unternehmenskabarettistin und Coach Jumi Vogler

 

Jumi Vogler

Jumi Vogler

Das Jahr 2009 geht dem Ende zu. Zeit für eine kleine Rückbesinnung. Haben
Sie alles erreicht, was Sie sich vorgenommen hatten? Mit dem Rauchen aufgehört? Nur noch Mineralwasser getrunken? Sich in Kleidergröße 38 gehungert? Endlich die Traumfrau gefunden? Den Umsatz wie Joseph Ackermann trotz Wirtschaftskrise gesteigert? Ihre Mitarbeiter im Griff? Ihre Familie auf Vordermann gebracht? Alle Ihre Schwächen rigoros und brutalstmöglichst ausgemerzt? - Nein?? Nicht? Sie essen immer noch? Und lieben Rotwein und Ente und Tiramisu? Und Ihr Mann sieht immer noch nicht aus wie George Clooney? Sie allerdings auch nicht wie Heidi Klum? Ihre Mitarbeiter mögen Sie? Eklatanter Fall von Führungsschwäche!

 

Werden Sie wütend oder traurig, wenn man Sie schlecht behandelt? Macht Ihnen die Auftragslage gar Angst? Sind Sie immer noch nicht wohlhabend? Klarer Fall von Totalversagen auf ganzer Linie! Sie müssen unbedingt an sich arbeiten!!! Pokerface heißt die Devise!

 

Vielleicht lassen Sie es aber auch! Nach vielen Jahren des Selbstversuchs in Sachen Perfektionismus habe ich begriffen, dass das Einzige, was mich glücklich macht, ist, rigoros zu meinen eigenen Schwächen, Ecken, Kanten, Macken, Verhaltensauffälligkeiten, Ticks zu - nein, nicht einfach nur zu stehen. Das ist die Lösung derer, die sich immer noch für Versager halten, aber vermeintlich gegen ihre Schwächen nicht ankommen. „Nun gut, ich bin halt kein Bill Gates, ich muss halt dazu stehen, seufz. Aber eine Garage habe ich schon!”

 

Nein, stehen Sie nicht zu Ihren Schwächen!! Auf gar keine Fall! Machen Sie Ihre Schwächen zu Ihrem Erkennungszeichen!! Begehen Sie bewusst das, was andere für Fehler halten. Was nicht erlaubt ist, worüber die Nase gerümpft wird. Dazu allerdings gehört Mut und eine große Portion Humor. Bauen Sie Ihre Schwächen und Ticks aus, als Alleinstellungsmerkmal. Trauen Sie sich, nicht angepasst, anders, besonders zu sein! Nicht unkompliziert und pflegeleicht. Sondern mit Ecken und Kanten! Glauben Sie mir, das befreit unglaublich. Und macht glücklich. Sie selbst und auch die anderen. Die dürfen dann nämlich aufhören, in Ihrer Gegenwart perfekt sein zu müssen.

 

Lachen Sie über sich und über andere, die Welt und das Leben. Einer meiner Coachees, ein Herr, der eher bescheiden und unauffällig daherkommt (und übrigens an fünf Unternehmen beteiligt, also steinreich ist und sich trotzdem für einen Totalausfall hält), nahm aus einem meiner Seminare eine rote Clownsnase, die ich den Teilnehmern schenkte, mit. Auf dem Rückweg nach Hause, so erzählte er mir, saß er am Steuer seines Wagens, ziemlich frustriert, weil er glaubte, sich völlig unspontan und humorlos im Seminar benommen zu haben. Aus dieser Verzweifelung heraus setzte er sich die rote Nase auf und fuhr los. Die Reaktionen der anderen Autofahrer haben seine Einstellung zu sich und seinem Leben verändert, glauben Sie mir! Als nächstes gedenkt er einen Theaterkurs zu besuchen und seine Geschäftsführer die Themen Kreativität, Humor und Teamfähigkeit nahe bringen zu lassen. Was jetzt nicht nur ihn, sondern auch mich glücklich macht.

 

„Manche Menschen fehlen nur einige Laster, um vollkommen zu sein”, sagte einst Madame Sevigné und die musste es wissen! Ziehen Sie sich eine imaginäre Clownsnase auf, passt auch farblich gut zu Weihnachten, und begehen Sie erhobenen Hauptes Fehler. Es sind immer nur die Fehler in den Augen der anderen! Und wer entspannt ist hat Erfolg. Zumindest im Umgang mit sich selbst. Und zum Rest gehört einfach Glück! Und wie heißt es so treffend: Glück kommt selten allein!

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein humorvolles, glückliches und erfolgreiches Jahr 2010!

 

Ihre Jumi Vogler

 

 

 

Post Skriptum - ein Nachwort der Kulissenblog-Herausgeberin

Lass die Leute reden!

Wissen Sie was? Die Jumi Vogler schreibt mir aus dem Herzen. “Für diesen Event muss ich mir noch ein neues Kostüm besorgen!” “Bei jenem Netzwerktreffen esse ich lieber nur Salat - die Leute sagen eh schon über mich, ich sei zu dick…” - Wir wollen es anderen recht machen. Wir wollen gefallen. Wir wollen etwas entsprechen. Weil da jemand Regeln gesetzt hat…

 

Wie sieht ein erfolgreicher Unternehmer aus? Ich bin mir sicher, Sie haben ein bestimmtes Bild von ihm im Kopf. Und ich vermute mal, Sie sehen einen attraktiven Menschen in hochedler Kleidung, perfekt gestylt. Und dann denken Sie mal an - sagen wir mal - Dirk Rossmann. Der trägt nämlich NIE Anzüge und läuft immer leger durch die Gegend. Oder Sie googlen mal nach Ex-Ebay Chefin Meg Whitman. Sie ist Milliardärin und entspricht bestimmt nicht dem “Schubladenbild” der vermeintlich erfolgreichen Frau in unserem Kopf. Erfolg hat viele Gesichter. Mehr als wir denken vielleicht… Und wenn Sie merken, da guckt mal wieder jemand schief, nur weil nicht dem vorgefertigten Anziehbild entsprechen, denken Sie doch vielleicht einfach an den oben zitierten Ärztesong - und freuen sich: über sich selbst und Ihren Erfolg. Und vielleicht nehmen Sie es auch mit Osho, der sagte: ”Wovor hast du Angst? Was kann die Welt dir schon anhaben? Die Leute können höchstens über dich lachen. Das tut ihnen gut. Lachen ist die beste Medizin.” In dem Sinne ist es doch schön, wenn wir jemanden zum Lachen bringen…

 

Jumi Vogler ist als Unternehmenskabarettistin, Coach und Dozentin tätig. Ihr nächstes Seminar “Einfach erfolgreich! Strahlen Sie Erfolg aus und man traut Ihnen Erfolg zu.” veranstaltet Sie am 16. Januar 2010. 

Weitere Informationen zu Jumi Vogler finden Sie auf Ihrer Website:

www.jumivogler.de

 

Ein ausführliches Porträt über Jumi Vogler finden Sie hier im Kulissenblog:

Lachend Veränderungen gestalten


2 Kommentare

  1. 1. Jumi Vogler

    Kommentar vom 10. Dezember 2009 um 10:50

    Liebe Steffi, danke für das Post Skriptum. Je mehr Menschen sich trauen, “Fehler” zu machen, um so individueller, entspannter und bunter wird die Welt jedes Einzelnen und damit unser’ aller Welt.

  2. 2. Anu Geppert

    Kommentar vom 10. Dezember 2009 um 11:13

    Super Gedanken!

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