Muschelerde, Solares, Wut-Mut und jede Menge Veränderungs-Vermögen

Im Gespräch mit Changemanagerin, Coach, Künstlerin und Genossin Ute Wahrmann
Türchen No. 9 im Kulissenblog-Adventskalender 2011


Ute Wahrmann lebt, was sie propagiert: Work-Life-Balance, in seiner Mitte sein. Neben ihrer Tätigkeit als Coach und Chanagemanagerin ist sie auch als Künstlerin aktiv, malt und schreibt. Und zu all diesen Aspekten habe ich sie auch befragt. Ute ist übrigens auch eine Genossin bei DIE.Kommunikationsgenossen eG.

YY

Ute Wahrmann

Ute Wahrmann

Du bist als Change-Managerin und Coach tätig. Wann hast Du für Dich entdeckt, dass Du Coach bist und Menschen bei Ihren Veränderungsprozessen begleiten kannst und willst?
Coach bin ich seit 2003, seit dem Abschluss meiner Coaching-Ausbildung. Ich denke jedoch, entdeckt, dass es meine Berufung ist, Menschen auf Ihrem Weg zu unterstützen und ein Stück zu begleiten, habe ich viel eher. In den siebziger Jahren entschied ich mich, Lehrerin zu werden. Ich bin Gymnasiallehrerin für Mathematik und Physik, die Naturwissenschaft, die meine Begeisterung war und ist.

yy

Welche beruflichen Erfahrungen bringst Du hierfür mit?
Durch meine Arbeit in 19 Jahren als Angestellte und Führungskraft in Unternehmen lernte ich, wie Arbeitsprozesse ablaufen und Menschen zusammenarbeiten, entwickelte ein Gespür für Prozesse und Menschen und für Menschen in Prozessen. Das kommt mir natürlich bei meiner Arbeit als Changemanagerin und Coach zu gute. Überhaupt zeichnet es mein Leben aus, dass ich immer erst die Dinge selbst erfahren durfte, z.B. die Freuden und Schmerzen, ein neues Team zu führen, und dann die Theorie dazu „entdeckte”. Ich glaube dadurch kann ich mich besonders gut in Menschen einfühlen und sie dort abholen, wo sie stehen in ihrem beruflichen Umfeld.

yy

Was zeichnet einen guten Coach aus?
Zuhören können, Selbstverantwortung behalten und beim Coachee belassen, Beratung „auf Augenhöhe”, offen sein und veränderungsbereit, Intuition, hinspüren können und Hypothesen und Fragen finden, um dem eigentlichen „Problem” auf die Spur zu kommen und den Coachee beim Finden seiner Lösung zu unterstützen, Lebenserfahrung, möglichst viele der eigenen Themen „erlöst” zu haben und achtsam zu sein. Ein paar gute Methoden wie z.B. aus der systemischen Arbeit und ein paar überzeugende Modelle unterstützen die Arbeit.

yy

„Die Lösung liegt in Dir selbst” heißt es oft im Coaching. Was kann ich selbst tun, um mit mir ins Reine zu kommen, die Balance und Lösungen zu finden. Hast Du da ein paar pragmatische Tipps?
Oh, das ist sehr spezifisch und personenbezogen. Ich selbst mache ein bisschen Yoga, ich bete und meditiere, führe Tagebuch, gehe in der Natur spazieren oder fahre Fahrrad. Manchmal suche ich das Gespräch mit einer guten Freundin. Natürlich lasse ich mich als Coach auch supervisieren.

yy

Angst um den Arbeitsplatz, Chef vorgesetzt bekommen, neue Aufgaben, die gar nicht zu einem passen - dieses Klischee verbinden viele Unternehmen mit Changemanagement. Wie kann man das anders besser machen?
Ängste sind in Changeprozessen normal. Man kann es „besser” machen, wenn man die Führungskräfte bei ihrer Aufgabe unterstützt, in Veränderungsprozessen im Besonderen. Sie sind den gleichen Ängsten ausgesetzt wie ihre Mitarbeiter, stehen aber in Zeiten der Unsicherheit mehr in deren Fokus, weil diese Orientierung und Hilfe von ihnen wollen. Spezielle Trainings oder Coachingangebote, dem jeweiligen Unternehmen und der spezifischen Situation angepasst, können hier effektiv unterstützen und den Veränderungsprozess voranbringen. Eingebunden in weitere Maßnahmen des Changemanagements wird der Veränderungsprozess besonders gut gelingen.

yy

Welches Projekt im Bereich Changemanagement würdest Du einmal gern begleiten?
In 2010 war ich für ein paar Tage im Krankenhaus. Seit dem möchte ich gern Ärzte und Führungskräfte in einem Krankenhaus unterstützen. Mit DIE.Kommunikationsgenossen und insbesondere der Projektgruppe Medical können wir das sogar unter dem Aspekt der ganzheitlichen Gestaltung zu einer Raum- und Begegnungskultur anbieten. Das fördert die Gesundheit der Belegschaft und der Patienten.

yy

Du bist - wie Du eben schon erwähnt hast - Gründungsmitglied von DIE.Kommunikationsgenossen. Was ist Deine Motivation bei DIE. und was willst Du mit DIE. erreichen?
Ich freue mich Kommunikationsgenossin zu sein, weil wir gemeinsam mit den so verschiedenen Gewerken und Expertisen viele Projekte ganzheitlich wuppen können und genau das möchte ich mit DIE erreichen. Außerdem finde ich es inspirierend, mit anderen gemeinsam Produkte zu entwickeln und Lösungen auszutüfteln, als immer als „die Beraterin” im Fokus zu stehen.

yy
Das Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement” ist ein weiterer Schwerpunkt Deiner Arbeit. Warum sollte ein Gesundheitsmanagement in Unternehmen installiert werden und welche Aspekte sind hierbei zu beachten?
In unserem immer komplexer werdenden Umfeld werden die Anforderungen an Flexibilität und Kreativität der Führungskräfte und Mitarbeiter immer größer. Die Kompetenzen der Mitarbeiter und die Art, wie sie sie einbringen und in Zusammenarbeit mit anderen nutzen, wird immer mehr zum betriebswirtschaftlichen Erfolgsfaktor. Damit rückt das Wohlbefinden der Mitarbeiter stärker in den Mittelpunkt des Interesses. Und damit ein betriebliches Gesundheitsmanagement. Dessen Bedeutung wird noch zunehmen mit der weiteren Entwicklung des demografischen Wandels. Unternehmen, die heute schon ein Gesundheitsmanagement einführen, werden später Wettbewertbsvorteile haben, durch engagierte und gesunde Mitarbeiter, die gute Ergebnisse erzielen, und weil sie attraktive Arbeitsgeber sein werden, die im „war for talents” die besten Chancen haben zu gewinnen. Der Nutzen für das Unternehmen wird dann besonders hoch sein, wenn die Gesundheitsförderungskonzepte sich an einem ganzheitlichen und systematischen Vorgehen orientieren, das strategieorientiert ist und an der ist-Situation aufsetzt. DIE.Kommunikationsgenossen entwickeln hierzu gerade ein Produkt, das die internen vielfältigen Expertisen nutzt und externe Netzwerkpartner bei Bedarf mit einbindet. Das wird voraussichtlich im Frühjahr 2012 zur Verfügung stehen.

yy

Welche beruflichen Vorbilder hast Du?
Keine. Das klingt vielleicht arrogant, aber ich hatte im Laufe meines Lebens immer mal wieder berufliche Vorbilder: Trainer, Berater, Erfolgsmenschen, Lebenskünstler. Jedes ließ ich irgendwann wieder los, wenn ich mich für „I did it my way” entschied.

yy

Muschelerde

Muschelerde

Zum Ausgleich bist Künstlerin und malst Bilder und schreibst Märchen oder auch Gedichte. Wie bist Du auf diese künstlerischen Aktivitäten gekommen? Seit wann übst Du sie aus? Was inspiriert Dich? Wie kommst Du auf Ideen?
Angefangen hat es um 2004 herum. Meine Changemanagerausbildung und meine Coaching-Weiterbildung habe ich 2003 abgeschlossen. Dadurch habe ich viel über mich selbst gelernt, viel „aufgeräumt” und alte Themen geheilt. Ich denke, dadurch wurde ich „frei” für künstlerisches Schaffen. Was mich inspiriert und wie ich auf Ideen komme, weiß ich gar nicht so genau. Manchmal bekomme ich einfach Lust zu malen und wenn ich dann Zeit habe, mach ichs. Ideen für Gedichte kommen mir oft auf Spaziergängen, meist sind sie nahezu fertig ausformuliert, wenn ich wieder zu Hause bin. Also kann man vielleicht sagen, dass mich die Natur inspiriert, wie z.B. bei meinem Gedicht „Winterspaziergang” oder „Blau” (das ich gern „was es ist” genannt hätte, wenn das nicht schon ein sehr schönes Gedicht von Erich Fried wäre.) Beim Malen lasse ich manchmal einfach meinen Gefühlen freien Lauf, manchmal durch Musik unterstützt.

yy

Was spiegelt sich in Deinen Bildern? Magst Du einmal ein paar Motive beschreiben?
Was sich spiegelt, liegt im Auge des Betrachters, hihi. Ich male manchmal, um meine eigenen Gefühle auszudrücken oder mir darüber klar zu werden. Zum Beispiel sind die Bilder „Solares” und „WUTMUT” so entstanden. Manchmal male einfach aus Spaß an der Freud, wie z.B. das Bild „Blumensommer” oder „Frühling lässt sein blaues Band…” oder „Muschelerde”.

yy

Wie verbringst Du Weihnachten und Sylvester?
Eher ruhig. Mit Spazierengehen, Tee und Büchern auf dem Sofa, vielleicht etwas Malen, vielleicht etwas mit Freunden unternehmen.

yy

Welche Wünsche und Pläne hast Du für das kommende Jahr?
Beruflich möchte ich gern mit DIE gemeinsam mit unserem neuen Produkt für Krankenhäuser durchstarten und mit der Beratung zum Aufbau betrieblichen Gesundheitsmanagements in Unternehmen starten, meinen Part darin zum Thema Führung und Kommunikationskultur durch Beratung, Training und Coaching dabei übernehmen.

yy

Mehr Über Ute Wahrmann gibt es hier:

Mehr über Ute Wahrmann gibt es hier:

www.wahrmann-coaching.de

share and enjoy

  • Facebook
  • Twitter
  • FriendFeed
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Posterous
  • Netvibes

0 Kommentare und 1 Trackback/Pingback

  1. [...] Muschelerde, Solares, Wut-Mut und jede Menge Veränderungs-Energie - Changemangerin und Co-Genossin Ute Wahrmann [...]

Einen Kommentar schreiben