Der Mund: Schließmuskel der Seele - Die Welt der Physiognomik (Teil 1)
3. März 2010 von Ilona Weirich | kein Kommentar
Über die Autorin und die Serie:
Ilona Weirich beschäftigt sich seit über zwölf Jahren mit der Psycho-Physiognomik, der Kunst, aus Körper und Gesicht auf die seelischen Eigenschaften eines Menschen zu schließen. Sie ist als Dozentin u.a. für die Fachhochschule in Emden, hannoverimpuls GmbH, die Paracelsusschule und die Lebensblüte tätig und außerdem eine gefragte Rednerin auf Messen und Kongressen. Darüber hinaus arbeitet Ilona Weirich mit der Psycho-Physiognomik in Potenzialanalysen und Personalentwicklungsprogrammen und setzt sie in Einzelcoachings ein.
Im Kulissenblog stellt uns Ilona in einer lockeren Reihe einzelne Gesichts- und Körperpartien vor und beschreibt uns ihre Bedeutungen. Es ist sehr interessant und schlüssig, was sie dazu zu sagen hat. Teil 1 der Serie widmet sich dem Mund.
Der Mund steht für Wünsche und Gefühlsschichten
Am Mund und seiner nahen Umgebung kommt zum Ausdruck, was in uns seelisch-körperlich angelegt ist und sich durch unsere Wünsche an das Leben zeigt. Unsere Gefühlschichten, mit allen Emotionen und Reaktionen finden wir psychosomatisch am Mund. Wünsche, die sich als Bedürfnis in unser Bewusstsein drängen, vollziehen sich in der Art, wie der Mund geformt ist. Die Art der Wünsche richtet sich nach der Veranlagung und deren Dominanzen. An der Unterlippe, Unterkiefer und Kinn kommt die Kraft zum Ausdruck, die diese Wunschverwirklichung mit Tat- und Durchsetzungsimpulsen begleitet. Leider ist es oft so, dass diese Kraft nicht mit unserem Willen übereinstimmt, was wir an der Nase und der Unterkieferspannung sehen können. Unser Kraftpotenzial, die Vitalität, der Lebensbezug und der Erlebnisdrang spielt eine wesentliche Rolle, die wir am Mittelgesicht, Nacken, Mund, Augen und Haut ablesen.
Gefühlseindrücke: Oberlippensache
Am Bereich über der Oberlippe, dem Pallium mit Philtrum, können wir Gefühlseindrücke beschreiben. Wenn wir unsere Wünsche nicht erfüllt bekommen, so kann das am Mund abgelesen werden. Wenn Sie sich ein trauriges, erschrecktes oder fröhliches Gesicht vorstellen, dann werden diese Gefühle über die Augen, aber auch ganz stark über die Mundmimik gezeigt. Wenn wir am Mund sehen, wie Gefühle verdaut werden, können wir in Geschmacksrichtungen schauen: Süß, salzig, bitter, schal, eklig - entsprechend wird sich der Mund formen, wenn wir diese Gefühle über einen langen Zeitraum zulassen. Ist er fein, weich und schön geformt mit einem ausdrucksvollen Amorbogen (der Schwung der Oberlippe), so sind die Gefühle dahinter auch so zu sehen. Hier kommen sinnliche Impulse zum Ausdruck und eine große Empfänglichkeit für das Gegenüber. Schmale, feste Lippen zeigen Kontrolle, Disziplin oder Ehrgeiz und Verzicht. Dieses sehen wir an der Festigkeit des Palliums, wenn wir schnell den Verstand über die Gefühle schalten, Dinge nicht an- oder aussprechen. Ein voller Mund mit sinnlichen Lippen zeigt große Gefühle wie Himmelhoch- Jauchzend oder zu Tode betrübt. “Ich will alles und am besten gleich”, sind die Aussagen dieses Mundes, und diese Gefühle sind schwer zu beherrschen.
Zustimmung, Enttäuschung, Entschlossenheit
Bei Zustimmung ist der Mund weich bewegt, bei Ablehnung distanziert und fest. Der prüfende Mund begleitet den Vorgang körperlicher Reize oder seelischer Erregung, Wenn wir den Mund isoliert betrachten, so fällt die Interpretation schwer. Die Gefühle sehen wir dabei nicht, sondern nur die begleitende Reaktion, wie der Mensch gefühlsmäßig mit den inneren Bildern umgeht. Ein pessimistisches Lebensgefühl entwickelt sich aus der Erfahrung und wird am Mund deutlich. Eine tiefe Ent-täuschung über viele Jahre hinweg hinterlässt Spuren.
Heraufgezogene Mundwinkel zeigen eine fröhliche, positive Einstellung in unseren Gefühlen und zum Leben, heruntergezogene Mundwinkel Kummer, Lebensschmerz aber auch reduziertes Wohlbefinden oder eine ablehnende Bewertung der Umwelt. Ein langes Pallium drückt Entschlossenheit und Zurückhaltung von Gefühlen aus, mit dem Willen, ein Ziel anzustreben und auch durchzusetzen.
Weinen ist mit dem Lachen zu vergleichen und wird durch verschiedene Erregungen ausgelöst. Lachen und Weinen sind erst einmal Druckentlastung. Hierbei schauen wir auf die Kinn-Mimik, denn hier zeigt sich der Zusammenhang mit der Festigkeit der Persönlichkeit. Wenn diese erschüttert ist, wird es mit Tränen reguliert. Verfärbungen und Schwellungen zeigen uns den Zustand des Verdauungsapparates. Verdauungskraft ist auch Herzkraft.
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