Frühjahrsputz: Wie aus Ihren Wohnräumen Wohnträume werden

Der Frühling nähert sich mit großen Schritten und ich weiß nicht wie das bei Ihnen, liebe Kulissenblog-Leser, so ist, bei mir fängt es schon an zu kribbeln und es macht sich unterschwellig ein Tatendrang bemerkbar. Wie der Tatendrang Umsetzung findet, ist natürlich bei jedem unterschiedlich. Mancher geht auf „Brautschau”, andere befällt „das Gärtnern” oder „das Großreinemachen”, sprich Frühjahrsputz. Frühling ist bekanntlich auch die Zeit des Neubeginns. Die Natur lebt wieder auf, die Tiere erwachen aus ihrem Winterschlaf, fangen an Nester zu bauen und gehen auf Partnersuche. Bei uns Menschen ist das ganz ähnlich. Zwar sucht nicht jeder im Frühling einen neuen Partner oder Partnerin. Aber im übertragenden Sinn bauen wir unsere Nester ausgesprochen gern im Frühling um oder neu. Deshalb möchte ich diesmal eine Anregung geben, wie aus ihrem Wohnraum ihr Wohntraum wird.

 

Modern living room

 

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier…

Sie sind glücklich und zufrieden mit ihren Räumen?
Lesen Sie ruhig trotzdem weiter, denn es gibt immer etwas zu optimieren. Übrigens neigen wir Menschen dazu, uns mit Situationen zu arrangieren und diese dann nicht mehr bewusst als negativ wahrzunehmen. Ein Beispiel: Jemand, der an einer ICE-Bahnstrecke wohnt, wird Ihnen erzählen, dass er die Züge gar nicht mehr hört und sich nicht gestört fühlt. Das heißt nicht, dass die Bahn plötzlich lautlose Vehikel erfunden hat, sondern dass der Lärm aus dem Bewusstsein verschwunden ist, aber immer noch seine Wirkung auf den dort lebenden Menschen hat. Diese Wirkung nennt sich Stress. Die Folgen dieses Stresses durch Lärmbelastung sind vielfältig. Es kommt zu körperlichen Reaktionen, die leider nicht immer in unmittelbaren Zusammenhang gebracht werden. Zum Beispiel Kopfschmerzen, Depressionen, Blutdruckanstieg, Herzrhythmusstörungen. Auf psychologischer Ebene kann es zu chronischen Schlafstörungen, Störung in der Kommunikation, Verringerung der Konzentrationsfähigkeit, Verdruss und Ärger kommen. Bei Kindern sind die Auswirkungen von chronischer Lärmbelastung noch weit reichender, da sie sich in der Entwicklung befinden. Hier sind Beeinträchtigungen in der Sprachentwicklung und Kommunikation, sowie eine Verzögerung der kognitiven Entwicklung zu nennen. Lärmbelastung ist eine große Einschränkung, mit der sich Menschen täglich aus unterschiedlichen Gründen arrangieren müssen.

 

Welche Bedürfnisse haben Sie eigentlich? Eine Übung…
Auf der Suche nach ihrem Wohntraum ist es wichtig herauszufinden, welche Bedürfnisse Sie wahrhaftig und tief im Innern an ihren Wohnraum haben. Vielleicht erwarten Sie spätestens an dieser Stelle eine Liste von Hinweisen und ausgefeilten Anleitungen zum Thema Wohnraumgestaltung von mir. Oder Sie glauben, gutes Wohnen ist ausschließlich eine Geldfrage? Stellen, Sie sich vor, eine gute Fee oder ein unerwarteter Gewinn beglückt Sie mit finanzieller Unabhängigkeit. Es gibt allerdings eine kleine Einschränkung - das Geld darf ausschließlich für das Wohnen verwendet werden und Sie sollten die möglichst genaue Summe wissen, die Sie für die einzelnen Wünsche benötigen. Der Ihnen zur Verfügung stehende Betrag ermöglicht Ihnen, alles umzusetzen. Alles ist möglich! Nehmen Sie sich ein wenig Zeit und Ruhe, dazu Schreibzeug und notieren Sie Ihre Wohnwünsche. Vielleicht ist es der Weinkühlschrank, ein Kronleuchter, der Tanzraum, die Sauna, die Designerküche, die Seidentapete, die Goldmosaikfliesen im Bad, die Bibliothek, was auch immer. Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf. Alles darf auf dieser Liste stehen und sei es noch so ausgefallen oder verrückt. Jeglicher Kommentar, Kritik oder Interpretation sind für diese Zeit verboten.

Das Interessante an diesem Verfahren ist: Wenn die unausgesprochenen Wünsche einmal laut geworden, bzw. aufgeschrieben sind, ist der Schritt zur Verwirklichung des Wesentlichen meist nur ein kleiner. Diese und andere Übungen, eigene Wohnbedürfnisse zu ergründen, finden Sie übrigens in dem Buch von Franz Wansch - „Wohnen mit Körper, Geist und Seele”.

 

Die Umsetzung: Gut geplant…

Sie haben nun Ihren Herzenswunsch herausgefunden. Es folgt der Maßnahmenkatalog, um den Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Das kann eine Renovierung sein. Dabei werden aus dem, was man hat, die guten Eigenschaften herausgekehrt, um Harmonie und Behaglichkeit zu schaffen. Am schnellsten erreicht man weit reichende Veränderungen mit dem Umorganisieren (z. B. die Organisation in der Aufbewahrung oder des Stauraums; Raumnutzungen neu überdenken). Vielleicht sind räumliche Veränderungen (z.B. Wände versetzen, Ebenen verändern) notwendig oder Installationen müssen verlegt werden. Welcher Art die Maßnahmen auch sind, Sie benötigen eine finanzielle Bestandsaufnahme. Was möchten Sie ausgeben? Und was kostet Ihr Vorhaben tatsächlich? Manchmal ist es langfristig günstiger sich Geld zu leihen, um Ihre Liquidität nicht zu gefährden. Auch mit Sparmaßnahmen lässt sich Geld aufbringen (z.B. der Urlaubsverzicht). Für bestimmte Maßnahmen werden sogar Fördermittel gewährt. Denken Sie bei der Bestandsaufnahme an die versteckten Kosten, wie Gebühren bei Finanzierungsberatungen, Zinsen auf Darlehen, Ihre eigene investierte Zeit, zusätzliche Kosten für Strom, Heizung, Versicherungsprämie und eine Reserve für mögliche Pannen. Einsparen können Sie, wenn Sie alle wirklich wichtigen Arbeiten zuerst vornehmen und dann im Schritt für Schritt - Prinzip vorgehen. Immer wenn wieder Geld da ist, wird der nächste Schritt umgesetzt. Wichtig dabei jeden Schritt bis zu Ende auszuführen, sonst bleiben halbfertige Projekte bestehen. Planen Sie so, dass Sie Standardbauteile verwenden können, setzen Sie Prioritäten (Reparaturen gehen vor kosmetischen Veränderungen) und ohne fachmännischen Rat auskommen zu wollen, verursacht unter Umständen höhere Kosten. Planen Sie die Arbeiten nach den Jahreszeiten, in der richtigen Reihenfolge und so, dass Sie nicht mit anderen Verpflichtungen kollidieren (z.B. besondere Belastung im Beruf, Geburt eines Kindes).

 

 

Susanne Schreiber-Beckmann

Kulissenblogtorin Susanne Schreiber-Beckmann berät mit ihrem Unternehmen INTERIOR DESIGN Privatpersonen und Firmen bei der Gestaltung Ihrer Räume. In ihrem nächsten Beitrag im Kulissenblog schreibt sie über die Macht der Farben Sonnengelb und Frühlingsgrün.

 

Fotoquellen:
Wohnzimmer: © MAXFX - Fotolia.com, Porträtfoto: Frîa Hagen

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