Türchen No. 22: Interaktives Türchen mit mir und einem bunten Fragen-Potpourri

Ich, Stephanie Ristig-Bresser, ars:scribendi und ganz viele Fragen

 

Ja, ein Türchen mit mir. Aber wie fang ich bloss an? Wie soll ich mich selber ankündigen? Das habe ich mich gefragt, als ich vor dem Computer saß und zu schreiben beginnen wollte - und dann habe ich kurzerhand zum Hörer gegriffen. Es ist wohl besser, wenn andere was über Dich schreiben. Und das haben Sie getan.

 

Hier erzählt Kooperationspartnerin und Mediengestalterin Anu Geppert von der Anufaktur (Türchen No. 3), wie sie Steffi sieht:

Anu Geppert

Anu Geppert

“Steffi ist für mich die Ideen-Mühle Nummer 1. Und sie hat nicht nur Ideen, sondern sie setzt alles um!!! So einen Menschen lernt man nicht jeden Tag kennen. (Anm: Okay, Anu, ich setze bei weitem nicht alles um, wenn du wüsstest, wie viele Ideen ich schon verworfen habe ;-)…)

Ich bin ein Fan von Steffi, nicht nur wegen ihrer sprachliche Begabung, Gedanken auf Papier zubringen, sondern auch für ihre Art und Weise zu reden. Sie findet immer die richtigen Worte. Ab und zu benutzt sie sehr schwierige Worte und dann fühle ich mich klein, aber die tollen Worte sind Steffis tägliches Brot und sie weiß, worüber sie schreibt und was sie sagt. Sie ist Expertin in ihrer Branche.

Steffi bleibt immer ruhig, das gefällt mir sehr gut. Wenn sie wieder eine Nacht durchgearbeitet hat, lacht Sie morgens immer oder aber sie ist noch ruhiger. Aber in der Ruhe steckt Kraft und Steffi hat auch noch Kraft, Dinge mit Ihrem Sohn zu unternehmen. Immer gut gelaunt. Aber oft ernst. Man sieht ihr an, wie viele Gedanken ihr gleichzeitig durch ihren Kopf rasen. Ein Nachteil ist, dass das ab und zu etwas chaotisch wirkt.

Steffi unterstützt immer alle und dabei bleibt selbst oft im Hintergrund. Das sollte sie ändern und sich mehr in den Vordergrund stellen.Steffi ist nicht nur ständig kreativ, sondern auch im Bereich Social Media unterwegs Und gibt uns ihr Wissen gemeinsam mit Ludger weiter. Danke für die neuesten Informationen über das Thema WEB 2.0. Das ist ein Seminar für Jedermann, der mit seiner Firma mehr Erfolg durch Social Media haben will. Steffi ist selber immer und wieder im Web unterwegs und stellt spannende, hochwertige Informationen bereit.

Steffi betrachtet Firmen sehr persönlich und deswegen haben ihre die Texte Kraft und Erfolg.

Ich freue mich, diese tolle Frau zu kennen! Danke schön, Steffi für Deine gute Arbeit, Unterstützung und Dein warmes Wesen!”

 

Vielen lieben Dank, Anu was für tolle Worte!

 

Und dann schreibt Ilona Weirich, Psycho-Physiognomin, (Türchen No. 2), wie sich mit unter Gesichtspunkt-Aspekten wahrnimmt und dann einfach so als Mensch - und wow, das ist auch toll: 

Ilona Weirich

Ilona Weirich

“Stephanie erlebe ich aus ihrem Naturell heraus als verwurzelt, familienorientiert und mütterlich, abhängig von stimmiger Atmosphäre, weil der zarte Anteil in ihr Mühe hat mit Abgrenzung. Alles wahrnehmen wollen, zuhören, lauschen und das Gehörte formulieren. Der Mund ist der des Sprechens und des Gesangs in Verbindung mit dem Wort- und Redesinn, der sehr fein strahlt und im lateralen Bereich der oberen Augenhöhle zu sehen ist. Der obere Hinterkopf bestätigt das Bemühen, die eigene Person zur Geltung zu bringen. Dies teils scheu, teils fordernd je nachdem, wo Stephanie in Resonanz geht.

So würde ich Stephanie in Kürze als Physiognomin beschreiben.

Ich erlebe eine Frau, die etwas scheu wirkt. Wenn sie mit Worten und ihrer Stimme Dinge zum Klingen bringt, bekommt Stephanie eine besondere Strahlung, die Augen leuchten und ihr ganzes Wesen bekommt Licht. Man spürt die Be-GEIST-erung, mit der Stephanie ihre besondere Arbeit macht, Worte finden und mit Worten berühren, Menschen beschreiben und die Geschichte der Menschen in wunderschöne Worte fassen. Lass dieses Licht weiter leuchten, liebe Stephanie, und schreib weiter solche Worte, die unser Herz berühren. Dafür danke ich Dir. Du hast mit Deinem Adventkalender vielen eine große Freude gemacht und ich freue mich auf viele Begegnungen mit Dir.”

 

Okay, so sehen mich also andere und das lasse ich einfach mal so stehen - oder na ja, mich haut es eher von den Socken ;-)…

 

Jetzt zum Teil Zwei meines Türchen. Ich hab mir gedacht, ich dreh den Spieß mal um und lasse mal ein paar andere Menschen Fragen stellen. Wäre ja auch doof, wenn ich mich allein befrage… Und was habe ich für Fragen bekommen? Ganz tolle! Vielen lieben Dank und eine ganz herzhafte Umarmung an die Fragensteller Heidrun (Türchen No. 7), Ilona (Türchen No. 2), Susanne (Türchen No. 18) , Ludger (Türchen No. 15) und Michael (Türchen No. 6)! Es hat riesig Spaß gemacht zu antworten. Und jetzt geht´s auch gleich los mit dem Frage-Antwort-Spiel:

 

Heidrun: Wie sieht Deine Arbeit konkret aus? Für einen Menschen, der sich zum Beispiel bisher so gar nicht viel mit Internetkommunikation beschäftigt hat … Der Handwerksmeister hier im Ort, oder meine wahnsinnig toughe Vermieterin, die seit Jahrzehnten Drei-Generationen-Familie mit Gasthof und Hotel supertoll auf die Reihe bekommt …. Wie würdest du diesen Menschen deine Arbeit erklären, so dass sie dazu Bilder im Kopf bekommen?

Nehmen wir mal als Beispiel das Hotel mit dem Gasthof. Vielleicht stellt die Dame irgendwann fest, dass sie nicht mehr supertoll auf die Reihe kommt. Oder sie möchte dem Hotel einen anderen Anstrich geben, möchte daraus einen Ponyhof machen und überwiegend Familien ansprechen.
Dann begleite ich die Verantwortlichen dieses Hotels dabei, diese Idee Wirklichkeit werden zu lassen und sie auf dem Markt zu präsentieren.

Dazu nehmen wir erst einmal eine Situationsanalyse vor, schauen uns an, wie das Hotel bisher dasteht, welchen „Ruf” es hat, wer die bisherigen Kunden waren, wie das Hotel sich bisher vermarktet hat. Wir finden das Besondere, das Einzigartige, dass dieses Unternehmen mit seiner Ideen und seinen Menschen auszeichnet. Diese Einzigartigkeit, diese USP, diese Geschichte, die das Unternehmen zu erzählen ist ein ganz wichtiger Teilschritt, weil auf ihm u. U. alle Vermarktungs-Aktionen aufbauen.

 

Ich, Stephanie Ristig-Bresser

Ich, Stephanie Ristig-Bresser

 

Dann schauen wir natürlich auch auf die Wettbewerber und analysieren, welches Potenzial die Idee hat. Dann überlegen wir uns genau, welche Kunden der neue Ponyhof ansprechen will und welche (Umsatz-)Ziele der Ponyhof hat. Dazu gehört, sich zu überlegen, wo die Kunden sich aufhalten, welche Zeitschriften sie lesen, welche Webseiten oder Foren sie im Internet besuchen. Die Kernfragen sind: Wo, wie und mit welchen Botschaften - da kommt wieder die Einzigartigkeit ins Spiel - und Medien kann ich die potenziellen Kunden des Ponyhofs erreichen? Und wir gucken natürlich auch auf den Unternehmer. Die Vermarktungsmaßnahmen, die wir letztendlich auswählen, müssen auch zu ihm passen. Es nutzt zum Beispiel einem Vertriebstrainer gar nichts, wenn ich ihm rate, ein Expertenblog „Ein Vertriebler plaudert aus dem Nähkästchen” einzurichten, wenn er überhaupt nicht texten mag. Die Vermarktungsmaßnahmen, die ich vorschlage, sind für alle Beteiligten stimmig. Hier wird niemand zu „Social Media verdonnert” ;-), wenn es nicht passt.

Aus diesen ganzen Vorüberlegungen entsteht ein Konzept mit Vermarktungsmaßnahmen. Das ganze entsteht im engen Austausch mit meinem Kunden. Wie im Coaching auch, weiß der Kunde die Antworten meistens selbst :-). Mit dem Konzept in der Hand geht es an die Umsetzung: Vielleicht braucht es ein neues Corporate Design, ein Unternehmensname oder ein Slogan wollen gefunden, eine Website designed und getextet werden, die Medien müssen informiert werden, ein Tag der offenen Tür vorbereitet oder eben das Unternehmen soll auf Social Media-Plattformen - Facebook, Twitter und Co. präsent sein. Bei all dem begleite ich - mein Part dabei ist die Konzeption und Redaktion des ganzen, außerdem habe ich ein großes Netzwerk an Grafikern, Illustratoren, Programmierern, Fotografen, etc., die bei der Umsetzung beteiligt sind. Natürlich habe ich auch Kontakt zu einigen Medien.

 
Welchen Nutzen haben die Menschen von Deiner Arbeit?
Ich unterstütze Sie dabei, das Besondere ihres Unternehmens zu erkennen, die Geschichten zu finden. Ich glaube, dass jedes Unternehmen und jeder Mensch seine Besonderen Geschichten hat. Ich bin Geschichtenfinderin.

Der Nutzen dabei ist der, dass die Kunden, wenn sie das besondere an sich erkannt haben, eben auch anders am Markt auftreten (können) als ihre Wettbewerber und sich deutlich abheben. Das vergrößert ihre Chancen auf Erfolg.

Außerdem habe ich den Blick dafür, welche Vermarktungsmaßnahmen für welche Kunden am besten geeignet sind. Es gibt nämlich keine 0815-Rezepte, sondern für jeden Kunden gibt es eine eigene Lösung. Unterstützt von mir vermarkten sich meine Kunden zielführender, sie machen nicht ihre Konkurrenz nach, sondern machen „ihr eigenes Vermarktungsding” und das sehr viel nachhaltiger und wirkungsvoller als zum Beispiel ihre Wettbewerber, einfach weil ein Konzept dahinter steht. Und ich bleibe natürlich ständig up to date, was neue Vermarktungstrends angeht, zur Zeit beschäftige ich mich zum Beispiel intensiv mit dem Thema Social Media.

Und noch zwei Punkte: Meine Kunden profitieren von meinen Kontakten, die ich zu Kooperationspartnern und auch zu Journalisten habe. Und irgendwie kann ich ja auch noch ganz gut schreiben ;-).

 

Ilona: Was oder wer inspiriert Dich?
Alles und nichts. Diese Fragen. Menschen. Gespräche mit Menschen, wenn die Stimmung gut ist - egal ob es ein Wortgeplänkel ist oder ein Fachgespräch. Menschen beobachten, zum Beispiel in der Straßenbahn. Alle möglichen Medien. Bücher aller Gattungen - vom Wörterbuch übers Fachbuch bis hin zum Schmökerschinken. Das Internet. Film und Fernsehen, wobei mir diese Bilderflut manchmal zu viel ist und mein Hirn das alles gar nicht verarbeiten kann - und dann kann ich nicht einschlafen. Meditation. Tanzen. Ein wenig Sport, aber nicht zuviel
;-). Schreiben. Lachen. Und weinen. Gelobt und auch kritisiert werden. Jede Art von Resonanz eigentlich. Mein Sohn, wenn er so Fragen stellt wie: „Mama woher kommt das Geld, regnet es vom Himmel?” Und das Zen in der Kunst des Bügelns, Geschirrspülens und Aufräumens gibt es auch ;-). In der Badewanne liegen. Massiert werden. Schlafen. Nichtstun. Träumen.
Mein bester „Bilder-im-Kopf”-Produzent und Gefühlsverstärker ist aber die Musik. Wenn irgendwo ein Stück läuft, das ich liebe „tanzt mein Herz und jedes Molekül bewegt sich” (ganz frei nach einem Song von Mia). Noch besser ist es selbst zu singen, weil das den Kopf frei macht, da ist dann ja nur Platz für die Stimme und die Konzentration auf das Stück.

 

 
Ilona: Was möchtest Du mit Deinen Texten erreichen?
Das kommt auf den Text an. Zunächst mal soll jeder meiner Texte gern gelesen werden - und soll informieren, also was Neues oder zumindest neu Gemixtes bringen. Wenn ich eine Website für einen Kunden texte, ist es natürlich auch mein Ziel, dass die Website gefunden wird. Meine Texte sollen meine Kunden interessant machen, ins Gespräch bringen. Das klingt alles sehr sachlich.
Aber jetzt kommt´s anders, und das eine hohe Kunst: Ein Teil meiner Texte soll berühren - Ideen-Bringer und Emotionen-Wecker sein. Das schaffe ich. Manchmal.

 

Ilona: Lieblingsfarbe und warum?
In den letzten Jahren Bordeaux und Violett. Das sind intensive und sehr edle und tiefe Farben.

 

Ilona: Lieblingsurlaubsort auch warum?
Ligurien, wegen seiner Vielfalt. Du spazierst durch Weinberge hinein in einen Pinienhain, es duftet nach Salbei, Thymian, Rosmarin und Pinien und zwischen den Bäumen siehst Du das türkisblaue Meer aufblitzen. Dann gehst an einer kargen Felsküste entlang bis hinauf zu einem entlegenen Kloster, marschierst weiter zu einem Fischerdorf, das sich an die Felsen schmiegt… Ich habe einmal einen wundervollen Urlaub dort verbracht und bin durch die Cinque Terre gewandert. Das war einfach toll. Schau Dir die beiden Fotos an.
Dann mag ich noch: Die Provence wegen ihren tollen Farben, die Toskana, Südostengland, die Schärenküste Schwedens, die Bretagne, den Harz (man muss mal nachts auf den Brocken wandern und dann oben die Sonne aufgehen sehen, das hab ich mal zu Abizeiten gemacht) Und ich will noch viel auf dieser Welt entdecken. Ganz viel - Irland, Schottland, die norwegischen Fjorde, Neuseeland, die Algarve, Sizilien, die Masuren, einen Alpenfernwanderweg gehen, Indien, …

 

ligurien

Ligurien

 

Ilona: Lieblingsessen?
Wie lange hast Du Zeit? Pasta in allen Variationen (am liebsten Spaghetti), Braunkohl mit Bregenwurst und Kartoffeln, Rouladen mit Rotkohl und Knödeln, Kartoffeln mit Spinat und Spiegelei, ganz viele Aufläufe, Moussaka, gefüllte Auberginen, mediterraner Vorspeisenteller, griechischer Joghurt mit Honig und Nüssen, Steak mit Ofenkartoffeln, Zigarrenbörek, Falafel, Gyros, Filet in Tomatensauce, Tafelspitz, Überbackenes Schnitzel, Eintöpfe, Nudelsuppe, Kürbissuppe, Lauchcremesuppe, Marzipantorte, Schokolade in allen Variationen, ein Eisbecher mit Sahne, okay auch mal ein Obstsalat, Kaffee in allen Variationen, Obazda, … ach und dann gibt es ja noch Indisch, Chinesisch, Mexikanisch, Persisch….
Und jetzt fragst Du bestimmt, wie viel ich wiege? ;-)… Also, ich esse einfach wahnsinnig gerne und genauso liebe ich es, zu kochen!
Zu Weihnachten gibt es Rote-Beete-Suppe und geschmorten Putenbraten in Orangensauce. Beim Nachtisch bin ich noch am Überlegen.

 
Ilona: Was möchtest Du, dass Menschen über Dich sagen?
Interessante Frau mit viel versprechenden Ideen und Know-How und der Power und dem Netzwerk, diese Ideen Gestalt werden zu lassen. Und wenn ich näher „ranzoome” und die Konzepte und die Texte dieser Frau lese, dann spricht mich das an.

 

Ilona: Was sind Deine Werte und was macht andere Menschen für Dich wertvoll?
Ich glaube, dass meine allerhöchsten Werte Liebe und Leidenschaft sind. Das kommt über allem. Ohne einen Menschen, mich und einen anderen Menschen liebevoll anzublicken und das Beste zu erwarten und die Möglichkeiten zu sehen, könnte ich nicht leben. Für mich ist jeder Mensch auf seine ganz besondere Weise wertvoll. In jedem Menschen schlummert etwas ganz Besonderes.

 

Ilona: Was findest Du in Freundschaften wichtig und was nicht? Was bedeutet das Wort Freundschaft?
Ganz wichtig in Freundschaften ist mir Ehrlichkeit und Vertrauen. Mit beidem bekommen Freundschaften eine Tiefe. Ehrlich sein, heißt für mich auch mal unangenehme Dinge auszusprechen, auch wenn es nicht leicht fällt. In Freund-schaft steckt ja „schaffen” gemeinsam „wachsen” und das entsteht nicht immer nur durch Harmoniesauce. Ein Freund ist jemand, der mir freundlich gesonnen ist, weil er oder sie, mir Gutes will, hinter mir steht - und zwar nicht um der Freund-lichkeit willen, sondern um meiner selbst willen.

 
Susanne: Als Kulturwissenschaftlerin M.A. mit einem Job bei VW in den Bereichen „Kultursponsoring” und „Arbeitsschutz” eben diesen Job aufzugeben und ars:scribendi zu gründen ist ein großer Schritt. Warum hast du ihn gemacht, die Sicherheit gegen den täglichen Kampf auf dem freien Markt?

Es war einfach an der Zeit. Ich hatte meinen damaligen Job einige Jahre gemacht, und wenn Du zum dritten Mal die vorstandsrede für ein und dieselbe Preisverleihung schreibst, dann ist das keine Herausforderung mehr. Ein sehr attraktives VW-internes Angebot hat sich zerschlagen, der bereichsleiter war aber daran interessiert, dass ich auf freiberuflicher Basis für ihn arbeite. Das war für mich wie ein Sechser im Lotto. Zwar waren seine Versprechungen zu vollmundig und es braucht echt so seine zeit, bis der Laden richtig rund läuft, aber ich beräuhe diesen Schritt zu keiner Sekunde. Mein Leben ist tausendfach schillernder und aufregender als ein „sicheres” Leben mit einem vermeintlich sicheren Job.

 

Susanne: Dein bisheriger Erfolg zeigt ja auch, dass du mit vielen Menschen unterschiedlicher Couleur zusammentriffst, die unterschiedlichsten Wünsche umsetzen musst. Gibt es auch Aufträge, die du schlichtweg ablehnst, die einfach undenkbar für dich sind?

Ja, ich lehne Aufträge ab, wenn Menschen anfangen mit dem Geld zu knausern und zu feilschen. Ich lasse mit mir reden, aber ich bin kein billiger Jakob. Und ich mag es nicht, wenn Menschen sich nicht entscheiden können, pausenlos rumeiern und nicht zu ihrem Wort stehen können. Ich will sie ja voranbringen, da müssen sie aber auch mitlaufen. Deswegen habe ich schon einmal einen Auftrag gecancelt.

Dann gibt es für mein Unternehmen, für die ich grundsätzlich nicht arbeiten würde: Das sind Unternehmen, die meinen Werten nicht entsprechen. Unternehmen, die Produkte für einen Krieg herstellen etwa. Oder auch extreme Parteien. Mit diesem ganzen Multi-Level-Marketing-Krams kann ich auch nichts anfangen.

Ich arbeite gern für Unternehmen, die Werte schaffen, Unternehmen, die wirklich etwas zu sagen haben. Das war schon immer mein Anliegen: Früher im Studium habe ich mal gesagt, ich wolle nie PR für Staubsauger machen. Und das ist auch heute noch so. Wenn ich für eine Firma arbeite, dann muss ich auch für sie und ihre Produkte brennen. Sonst kann ich nicht arbeiten.

 

Susanne: Gab es auch einmal einen anderen Berufswunsch?
Ja, es gab sogar mehrere andere Wünsche. Als ich in der Grundschule war, sollten wir mal ein Bild malen mit unserem Wunschberuf und da habe ich mich als Lehrerin gemalt. Dann gab es eine Phase, in der ich Biologie oder Medizin studieren wollte. Deswegen habe ich auch Latein gewählt. Außerdem habe ich einige Jahr Akkordeon gespielt auch konzertante Stücke, und das sehr gut, habe bei einigen „Jugend musiziert”-Wettbewerben gewonnen, bis hin zum Landeswettbewerb. Mein damaliger Lehrer wollte, dass ich Musik studiere, ich spielte im Orchester und trat auch als Solistin auf. Ich weiß noch, damals war ich mehrere Mal die Woche nach der Schule bis spät abends unterwegs. Ich habe es nicht mehr gepackt. Das wurde mir zuviel, ich war nur noch unterwegs zu irgendwelchen Proben und Auftritten - entweder mein Lehrer oder ich habe mir den Druck aufgebaut. Ich bin dann ausgestiegen. Heute spiele ich noch sehr selten, auch Querflöte und Orgel. An Weihnachten wird das Akkordeon wieder hervorgeholt.

 

Susanne: Hat dich deine Selbstständigkeit verändert?
Ja und Nein. Ich bin schon immer ein Mensch gewesen, der sich sehr in eine Sache reinkniet, wenn er sie tut. In meiner Zeit im VW-Kultursponsoring zum Beispiel habe ich auch voll und ganz für die Sache gebrannt und war ganz dabei. Und auch voll da als Mensch. (Es gibt ja manchmal so Zeiten, wo man das Gefühl hat, das Leben lebt so an einem vorbei und man guckt zu - wenn man jeden Abend ins Fernsehen schaut zum Beispiel.)
Diese Zeiten hatte ich selten. Ich habe meinen Fernseher sogar schon mal für einige Jahre komplett verbannt und auf dem Flohmarkt verkauft. Und doch habe ich das Gefühl, dass sich in den letzten drei Jahren meiner Selbständigkeit sehr viel, sehr intensiv bewegt hat.
Aber vielleicht täusche ich mich auch da, weil ich eben gerade jetzt lebe. Wenn ich zum Beispiel an die Flohmarkt-Zeit, die zu einer bestimmten Lebensphase gehört hat, zurückdenke, dann kommen mir auch gleich ganz intensive Erinnerungen in den Sinn, die aber weniger mit dem Beruf zu tun hatten…
Was ich noch sagen kann: Ich glaube, dass sich in den letzten Jahren meine Ausdrucksfähigkeit gesteigert hat. Besser kann ich es nicht beschreiben.

 

Susanne: Wer gern schreibt, der liest bekanntlich auch gern, was hast du noch für Leidenschaften?
Neben - in der Tat - lesen: Menschen entdecken. Jeder Mensch ist ein Schatz und etwas ganz Besonderes mit seiner einzigartigen Geschichte. Und ich habe das große Glück, mit meinem Beruf sehr viele Menschen „entdecken” zu dürfen. Kochen und Backen, ich probiere gern mal neue Gerichte aus. Ich liebe Musik und ich singe gern. Ich sitze gern mit Menschen zusammen und klöne. Dann liebe ich Wandern, Zug fahren, manchmal Fotografieren, also eigentlich eher Knipsen. Ab und zu geh ich mit mein Mann Michael zu den Spielen der UBC Tigers, ja und okay, ins Theater oder Konzerte gehen wir auch ab und an mal oder schick was essen. Ich würde gern mal wieder was mit Musik machen, im Chor singen oder so. Dafür fehlt mir momentan leider die Zeit.

 

Susanne: Was würdest du im Rückblick nicht noch einmal machen?
Es ist alles gut so, wie es ist.

 

Susanne: Du bist ja auch Mutter eines kleinen Sohnes, bedeutet das nicht auch einen täglichen Spagat zwischen Job und Kind und wie wirst du Job und deinem Kind gerecht?
Holla, die Waldfee, das ist ein Spagat. Ich bin noch dabei, die richtige Lösung zu finden. Ich glaube, dass es in anderen Ländern und anderen Kulturkreisen sowieso entspannter ist, was das Thema „Kinder beim Großwerden begleiten” angeht. Wir setzen uns da schon sehr unter Druck und unsere Kinder auch. Ich will keine Taximutti sein, die ihre Kinder nur noch von A nach B transportiert. Gleichzeitig liebe ich meinen Sohn über alles, bin sehr dankbar, dass er in meinem Leben ist und will ihn auch gut fördern. Da bin ich sehr dankbar, dass ich da Unterstützung von einigen Verwandten und Freunden erhalte.

 

Susanne: Bei wem suchst du Rat?
Das entscheidet mein Bauch.

 

Michael: Was war bisher Dein „exotischstes” Projekt?
Hm, ich würde exotisch durch schön oder spannend ersetzen. Und da gab es schon viele schöne und auch spannende Projekte. Die Zeit im Studium zum Beispiel, als ich für eine internationale Studenteninitiative gearbeitet habe und internationale Frühstücke organisiert und „Blumen gegen Fremdenfeindlichkeit” verteilt habe - und im übrigen meine erste PR- und Corporate Publishing-Erfolge verbuchen konnte. Die Zeit im VW-Kultursponsoring, als für Azubis Motivationsreisen zum Fernseh-Sender VIVA veranstaltet habe, den Internet-Auftritt der VW Sound Foundation relauncht habe, einen Nachwuchswettbewerb mit Smudo, Rea Garvey, dem Sänger von Reamonn, und Sandra Nasic, der Sängerin der Guano Apes, in der Jury konzipiert habe. Meine Zeit im Umwelt- und Arbeitsschutz, in der ich eine konzernweite Arbeitsschutz-Kampagne mit konzipiert und kommunikativ begleitet habe, Vorstandsreden geschrieben habe.
Und natürlich meine Selbständigkeit, was ja selbst an sich ein großes Abenteuer ist. In diesen drei Jahren habe ich viele unglaublich tolle Projekte umgesetzt. Das schönste war sicherlich das Projekt „Mit kultureller Vielfalt zum Erfolg.”, in dem ich die Geschichten von zwanzig Unternehmerinnen mit Migrationshintergrund mit ihrer Geschäftsideen erzähle… Viel Freude bereitet es mir immer, Künstler auf ihrem Weg zu begleiten, beispielsweise den Tänzer Olando, den Starpianisten Haiou Zhang oder eben auch meinen Mann, der ja als Schriftsteller tätig ist. Und in diesem Jahr am Nachhaltigkeitsbericht von Volkswagen redaktionell begleitet zu haben, war auch eine sehr schöne Erfahrung.

"Mit kultureller Vielfalt zum Erfolg"

"Mit kultureller Vielfalt zum Erfolg"

 

Susanne: Du bist ja in Kürze in deinem neuen geschichtsträchtigen Domizil im Pelikanviertel ansässig, dein Unternehmen zieht um. Warum gerade das historische Pelikanviertel?
Ich finde, es passt einfach richtig gut, wenn ich mit meinem „schreibenden” Unternehmen in ein Gebäude ziehe, in dem früher die guten Pelikanfüller produziert worden sind. Damit wird für mich ein Traum wahr.

 

Susanne: Die berühmten drei Lieblingsbücher?
Puuuh, das ist schwierig. Ich liebe die Grangés Krimis und die Stig-Laarson-Trilogie um Mikael Blomquist und Lisbeth Salander. Biographien insbesondere die, die Carola Stern geschrieben hat. Sie ist eine ganz besondere Autorin. Die Biographien von Klaus Harpprecht - seine Thomas Mann-Biographie ist fantastisch. Alles von Jospeh Roth, der ist ein Poet des Einfachen Worts. Alle Harry Potter Bücher sind genial. Ich war ja skeptisch und wollte einfach nur mal reinlinsen. Ich dachte, wenn alle drei Bücher auf der Bestseller-Liste stehen, dann musste Dir mal selbst ein Bild machen. Und dann ging es mir so, wie der einen Hexe, die Mrs. Rowling in einem Harry-Potter-Band beschreibt. Dieses Buch hat mich verhext! Ich konnte nicht dieses Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen, ohne es ausgelesen zu haben.

 

Susanne: Was kann dich sehr ärgerlich machen?
Wenn negativ über andere Menschen gesprochen wird und zwar hinter deren Rücken und nie direkt. Ich finde das äußerst unproduktiv. Mal lästern ist ja okay, aber so fortwährend und zerstörerisch… Da habe ich keinen Bock drauf. Deswegen bleibe ich nicht lange ärgerlich, sondern wende mich ab und stecke meine Energien lieber in positive Dinge, indem ich etwas schaffe.

 

Susanne: Worüber möchtest du schrecklich gern mal schreiben dürfen?
Ich darf über alles schreiben, ich bin so frei :-).

 

Susanne: Wird Steffi auch mal einen Roman vorlegen? Bei einem so erfolgreichen Schriftsteller als Mann, könnte es ja sein, dass du ebenfalls den Ansporn hast mal so was wie „Lippstick Jungle” zu schreiben…..
Ja, es wird sicherlich mal einen Roman von mir geben. Allerdings kein „Lippstick Jungle”, sondern eher ein Epos. Ich bin aber noch nicht so weit, der Stoff muss noch reifen.
Erstmal wird es allerdings ein magaziniges Fachbuch geben, das Expose werde ich bis Anfang 2010 fertig gestellt haben.

 

Susanne: Welche Träume hast du noch für dein Leben?
Sehr viele Träume. Ich möchte noch viel reisen. Einmal mit der Transibirischen Eisenbahn fahren, überhaupt viele Bahnstrecken mal ausprobieren. Wandern, den Alpenfernwanderweg von München bis nach Rom laufen. Sehr viele interessante (und das heißt nicht gleich prominente) Menschen porträtieren. Ein paar Bücher zu Papier bringen. Ganz vielen tollen Ideen durch meine Vermarktungskonzepte und mein Storytelling zum Erfolg verhelfen. Ganz viel dozierend und als Coach tätig gewesen sein. Zwei Häuser kaufen und gestalten. Mindestens einen Marathon laufen. Unendlich viele Bücher gelesen haben. Ein paar Bücher selbst schreiben. So einige Reportage und Porträts in größeren Magazinen platziert haben. Vielleicht auch mal eine ganze Weile lang nur schweigen.

 

Susanne: Mit wem würdest du gern einen Tag tauschen?
Wenn ich zusätzlich noch eine Zeitreise in die Vergangenheit buchen dürfte, dann würde ich gern entweder Marion Dönhoff oder aber Rahel Varnhagen sein wollen. Spannend wärs mal einen Tag im Körper von Heidi Klum zu stecken - und wie sie zu fühlen. Ob sie sich wirklich in sich wohl fühlt? Also, bei Heidi Klum glaube ich das schon, bei Claudia Schiffer habe ich da so meine Bedenken. Die wirkt doch sehr verkrampft auf mich. Ansonsten bin ich eigentlich so glücklich wie ich bin.

 

Ludger: Das Jahr 2009 neigt sich dem Ende. Was waren für Dich in den letzten zwölf Monaten die bewegendsten Momente?
Einer der bewegendsten Momente in diesem Jahr war es für mich sicherlich, den MediaAward zu bekommen. Tatsächlich der Moment, in dem ich den Preis entgegengenommen habe und Danke gesagt habe. Darauf habe ich wirklich hingearbeitet. Und das Lustige ist, dass ich schon die Preisverleihung gesehen habe, als ich das Konzept abgeschickt habe. Das Konzept habe ich übrigens unter wahnsinnigen Stress geschrieben und Nächte durchgearbeitet. Abgabedatum war nämlich der 22. Mai und am 30. Mai haben mein Mann und ich kirchlich geheiratet. Und das waren natürlich auch sehr bewegend, unsere hohe Zeit.

 

MediaAward Preisverleihung

MediaAward Preisverleihung

Ludger: 2007 hast Du Deine Agentur gegründet. In den wenigen Jahren hast Du schon einiges „auf die Beine gestellt”. Wo liegt für Dich 2010 der Schwerpunkt Deiner Arbeit und auf welche Projekte dürfen sich Deine Kunden freuen?
Ich freue mich, im nächsten Jahr einige Kundenmagazine bzw. Newsletter oder Webportalprojekte redaktionell begleiten zu dürfen. Außerdem möchte ich ein paar gute Unternehmen und soziale Projekte mit meinen Vermarktungskonzepten langfristig begleiten. Konkret bin ich gerade im Gespräch für ein Charity-Projekt den PR-Part mit zu gestalten. Das wird sehr spannend.
Ein Schwerpunktthema des nächsten Jahres wird auch das Thema „Social Media” sein. Hier bin ich ja gerade mit Dir in konzeptionellen Überlegungen, und wir wollen da einiges gemeinsam starten.


3 Kommentare und 1 Trackback/Pingback

  1. 1. Heidrun Müller

    Kommentar vom 22. Dezember 2009 um 13:57

    So eine interessante Frau, jepp! Auf der Überholspur *lächel … Ich mag Wortkünstler und Menschen die mit Worten Magie verbreiten. Magie braucht Genauigkeit, Achtsamkeit und den Blick fürs kleinste Fuzzelchen. Und eine unbegrenzte Liebe und Wohlwollen sioch selbst und allen Wesen und dingen gegenüber. Du gehörst für mich eindeutig zu diesem Magierzirkel.

    Ach ja, sag mir, wenn du die Karten für die sibirische Eisenbahn orderst! Im Packen bin ich verdammt schnell und könnt dann von so jetzt auf gleich mit einsteigen.

    Lieben Gruß

    Heidi

  2. [...] Türchen No. 22: Interaktives Türchen mit mir und einem bunten … [...]

  3. 3. Ilona Weirich

    Kommentar vom 22. Dezember 2009 um 16:21

    …..dem ist noch vieles hinzuzufügen, aber für heute belassen wir es bei diesem Text - verzaubere uns weiter mit Deinen Worten. Liebe Grüße Ilona

  4. 4. Angela Winkel

    Kommentar vom 2. Januar 2010 um 20:16

    Liebe Steffi,
    ich bewundere Deine Schaffenskraft, Deine Textsicherheit, die Gabe andere zu fesseln, die “andere Art” die Dinge wortgewandt ins rechte Licht zu rücken, die Magie deiner Ideen und Dich!
    Schön, dass es Dich gibt!
    Angela

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