“Es ist schon toll, seine Plakate in der ganzen Stadt hängen zu sehen”

Mediengestalter Christoph Jahn, Inhaber von Gebrauchsgrafik Jahn und Co-Genosse

Türchen No. 23 im Kulissenblog-Adventskalender 2011


“Es ist schon toll, seine Plakate in der ganzen Stadt hängen zu sehen!”  - Eines seiner Projekte hat eine derartige Breitenwirkung. Mediengestalter Christoph Jahn gestaltet nämlich u.a. die Plakate für das Neue Theater in Hannover. Und Christoph ist ein liebgewonnener Co-Genosse. Besonders an ihm schätze ich, dass er einfach macht. Und zwar richtig gut. Christoph ist kein Schnacker, kein Mann der vielen Worte. Während andere noch reden, macht er sich schon still seine Gedanken und hat Bilder, Farben und Formen im Kopf. Oft ist es mir in diesem Jahr schon passiert, dass ich  ihn anrief und mit ihm besprechen wollte, wie wir das eine oder andere Medium umsetzen. Ein schlichtes “Ich habe Dir grad mal eine Mail geschickt, wie ich mir das so vorgestellt habe”, war meist die Reaktion. Und häufig war die Gestaltung genauso wie ich auch ich sie vor Augen hatte oder sie lieferte völlig neue nutzwertige Ansätze, die ich bisher noch gar nicht bedacht hatte. Mit Christoph ist in jedem Fall ein sehr produktives, lösungsorientiertes Arbeiten möglich. Vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit!

jj

ggj_20x13Warum bist Du Mediengestalter geworden? Was war Deine Motivation dabei?
Eher zufällig. Ursprünglich wollte ich eigentlich Lehrer werden. Während meines Studiums war ich Mitglied eines Studentenclubs. Für den habe ich irgendwann angefangen zu gestalten, Plakate zu entwerfen. Dabei habe ich gemerkt, dass mir das Spaß macht und dass es das ist, was ich schon immer tun wollte.
Da ich davor schon drei Jahre studiert habe, kam für mich ein Studium nicht mehr in Frage. Ich wollte praktisch arbeiten. Also habe ich bei einer mittelständischen Agentur eine Ausbildung gemacht.

jj

Was liebst Du an Deinem Beruf besonders?
Dass ich etwas gestalten kann, dass ich den Unternehmensinhalt komprimiert und in wenigen reduzierten Formen und Farben wiedergeben kann. Das ist immer eine sehr schöne Herausforderung.

jj

Was zeichnet ein gelungenes Corporate Design aus? Welche Beispiele fallen Dir dazu ein?
Wichtige Aspekte eines guten Corporate Design sind Wiedererkennungswert und Zeitlosigkeit. Insbesondere Zeitlosigkeit ist mir sehr wichtig - und auch, dass man ein Logo in allen möglichen Varianten darstellen kann und trotzdem wieder erkennt . Wenn ein Logo schon nach drei Jahren aus der Mode ist - und das kommt häufiger vor - dann ist von der Konzeption her etwas schief gelaufen.

Zeitlosigkeit erreicht man durch Einfachheit und indem man den Grundformen der Natur folgt.

Gute Beispiele sind hier meines Erachtens das Logo der Deutschen Bank und Adidas. Hier ist mit wenigen Strichen eine hohe, zeitlose Wiedererkennung erreicht worden.

jj

Welche Trends zeichnen sich im Corporate Design ab?
Es gibt regelmäßig Jahrbücher, die diese Trends nachzeichnen. Interessant dabei ist übrigens, dass sich hier auch deutliche kulturelle Varianzen erkennen lassen: Amerikaner gestalten anders als Europäer und Asiaten nochmal anders. Spannend wie sich daran Kulturunterscheide ablesen lassen.

jj

Welches waren tolle Projekte von Dir im Jahr 2011? Welches wären Traumprojekte?
Diese Jahr ein eher untypisches Jahr, denn ich hatte kein Projekt, das irgendwie herausgeragt hätte. Ich hatte sehr viele kleine Projekte. Toll finde ich es immer, wenn ich einen Kunden von Beginn an begleiten kann, erst das Logo entwickele, dann darauf eine Corporate Design entwickele und die einzelnen Medien aufbaue.
Etwas Besonderes ist es auch für das Neue Theater zu arbeiten; für die mache ich das komplette Design inklusive der Plakatgestaltung. Es hat schon was, die Plakate, die man selbst kreiert hat, in der ganzen Stadt hängen zu sehen. Im kommenden Jahr designe ich übrigens den Auftritt für die „Lange Nacht der Theater”. Darauf freue ich mich schon sehr.


Du bist aktives Mitglied bei der Allianz deutscher Designer (AGD). Warum? Was gibt Dir das?
Das hat vielerlei Gründe. Zum einen finde ich es gut, dass ich mich mit meinen Kollegen austauschen kann. Viele davon sind länger selbständig als ich und können mir sehr gute Tipps geben. Außerdem sind beim AGD Designer aller Sparten vertreten auch Textildesigner, Fotografen, Kalligrafen, Produkdesigner, so dass man hier sein Netzwerk gut erweitern kann und seine Kunden über seine Netzwerkparnter auch mit Spezialthemen bedienen kann. Sehr praktisch ist natürlich, dass wir eine Rechts- und Steuerberatung in Anspruch nehmen können. Auch gibt der AGD regelmäßig eine Kalkulationshilfe heraus, die sehr beim Angebote schreiben unterstützt.


Du bist Mitglied bei DIE.Kommunikationsgenossen. Welche Pläne hast Du mit DIE.?
Ich finde es sehr spannend, gemeinsam als Einheit aufzutreten; damit werden wir sicherlich bald an größere Projekte kommen. Auch die Idee der Genossenschaft spricht mich sehr an. Wir bleiben alle selbständig in unseren Unternehmen, treten aber trotzdem gemeinsam auf. Mit DIE. möchte ich im kommenden Jahr erfolgreich zusammenarbeiten und schöne Projekte realisieren.

jj
Was sind Deine Pläne fürs kommende Jahr?
Darüber habe ich mir ehrlich gesagt, noch keine großen Gedanken gemacht. In jedem Fall möchte ich endlich einige meiner Theaterplakate beim Wettbewerb „Die 100 besten Plakate” einreichen. Das habe ich in den vergangenen Jahren leider immer nicht geschafft.


Mehr über Christoph Jahn gibt es hier:

http://www.gebrauch-grafik.de/

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