Die Gedanken sind frei…

Für immer verloren im Weltraum ist wohl die Werkzeugtasche, die Heidemarie Stefanyshyn-Piper neulich bei einem Außeneinsatz an der Raumstation ISS verloren hat. Sie schwirrt irgendwo herum, Gott weiß wo. Auf den Kopf fallen wird sie Dir und mir jedoch nicht, keine Anziehung mehr. Gott weiß, wie.

 

Und ebenso verloren sind wohl für jetzt und immerdar auch meine Schlüssel. Einfach weg waren sie nach unserem Einkauf und wollten sich einfach nicht wieder anfinden. Da half kein noch so langes Suchen.

 

Fast genauso verloren war ich neulich in meinen Gedanken. Sie ließen mich einfach nicht los. Ich wusste gar nicht, wie mir geschah. Nur mühsam konnte ich mich ihnen entwinden. Doch sobald ich wieder da war, aus ihnen auftauchte - unerhört, da waren sie auf einmal weg. Dabei waren es doch so tolle Gedanken gewesen, unendlich viele Ideen dabei, nie da Gewesenes, Spektakuläres, Faszinierendes, Zauberhaftes, Geniales. Und so bemühte ich mich, mich wiederum zu verlieren, auf dass sie mich erneut finden. Doch so sehr ich es versuchte, sie blieben fort. Jetzt habe ich mich damit abgefunden. Sie gehörten wohl einfach nicht zu mir. Aber ich bin mir sicher, irgendwo da draußen schwirren sie noch frei umher und werden sicherlich bald einen neuen Besitzer finden. Gott weiß wen. Den bei dem, die Anziehung stimmt. Ich jedenfalls bin froh, dass ich für ein paar Augenblicke in diesen Gedanken war. Ich weiß jetzt, wie kostbar sie sind. Nur in den Momenten, da sie mich fesselten, war ich dem nicht gewahr.

 

Doch dieses „Ach hätte ich doch!” ist vertane Liebesmüh. Und so gebe ich Dir auf den Weg: „Wenn sie zu Dir kommen, diese tollen Gedanken, sei dankbar, behandele sie mir gebührendem Respekt und mach was draus.” Wenn sie bei Dir bleiben wollen, die tollen Gedanken. Sie sind ja so frei…

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1 Kommentar

  1. 1. Ludger Brenner

    Kommentar vom 8. August 2009 um 01:39

    Das Gute daran ist, dass wir Kraft unserer Gedanken die eigene Welt formen. Ähnlich einem Bildhauer. Sollten wir einen Gedanken nicht bei uns halten können, so war er für den Moment nicht das richtige Werkzeug und es wird uns für das Vorhaben das Geeignetere in die Hand oder besser ins Herz gelegt.

    Danke für diesen schönen Text.

    Ludger Brenner

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